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Medien & TV Protest gegen Rechercheteam von NDR, WDR und „SZ“
Nachrichten Medien & TV Protest gegen Rechercheteam von NDR, WDR und „SZ“
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19:26 18.03.2015
Leitet das Rechercheteam: Georg Mascolo.
Leitet das Rechercheteam: Georg Mascolo. Quelle: dpa
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Berlin

Der frühere „Spiegel“-Chefredakteur Georg Mascolo schloss im Februar 2014 sowohl mit der „SZ“ als auch mit dem NDR, der zusätzlich den WDR mit ins Boot nahm, jeweils Verträge über eine freie Mitarbeit. Geboren war der Rechercheverbund aus NDR, WDR und „SZ“.

Die Sender versprachen sich von der Allianz mit dem klein besetzten, aber eingespielten „SZ“-Rechercheteam mehr investigative Recherchen im Sinne ihres öffentlichen Auftrags. An der publizistischen Wirkmacht des Trios gestört haben sich von Anfang an aber sowohl Konkurrenten anderer Zeitungen als auch anderer Sender. Es sei ein „Zitierkartell“, sagen die einen, wenig Relevantes würde aufgebauscht, sagen die anderen, manche sehen in dem Konstrukt ein Fall für das Kartellamt.

Nun legte der Verband der Privatsender (VPRT) bei der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen Rechtsaufsichtsbeschwerde ein. Er stört sich daran, dass über die Haushaltsabgabe finanzierte Sender mit einem privatwirtschaftlichen Verlag gemeinsame Sache betreiben. Unter anderem sei nicht transparent, wer für welche Kosten aufkomme, und zweifelhaft, ob das Projekt im Sinne des Funktionsauftrags von NDR und WDR sei.

Tatsächlich haben die drei Partner eigene Rechercheeinheiten, die fallweise kooperieren - je nach Thema und Eignung als Fernseh-, Radio- oder Zeitungsbeitrag. Alle Beteiligten haben stets beteuert, dass untereinander kein Geld fließe. Jeder komme für seine Recherche- und Reisekosten selbst auf. Die Staatskanzlei hat den WDR aufgefordert, bis zum 17. April Stellung zu nehmen.

Von Ulrike Simon