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Medien & TV Das Spiel ist aus
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12:43 08.01.2015
Friedrich Mücke (links) und Alina Levshin (Mitte) – hier mit Partner Benjamin Kramme (rechts) – steigen aus.  Quelle: Michael Reichel
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Erfurt

In Erfurt ermittelte mit Friedrich Mücke (33), Benjamin Kramme (32) und Alina Levshin (30) das jüngste Team der Reihe. Das Debüt im November 2013 erntete jedoch vernichtende Kritiken, auch der zweite Fall „Der Maulwurf“ im Dezember 2014 zeigte nur leichte Verbesserungen.

Nun hatten Levshin und Mücke anscheinend genug und stiegen aus. „Wir bedauern das sehr, auch wenn wir die Entscheidung der Schauspieler natürlich respektieren“, erklärte MDR-Sprecherin Susanne Odenthal. Damit verabschieden wir uns nicht nur von wunderbaren Schauspielerpersönlichkeiten, sondern in der Folge auch von der Idee des Erfurter Ermittlertrios.“ Gründe für die Entscheidung Mückes und Levshins nannte der MDR dabei nicht.

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Die Schauspieler waren nicht viel gesprächiger. Mücke sagte laut seiner Agentur: „Als Kommissar im Tatort zu ermitteln, war eine tolle und wichtige Erfahrung für mich. Es war allerdings nicht der richtige Zeitpunkt: Ich habe gemerkt, dass diese Reihenrolle nicht zu meiner jetzigen beruflichen Lebensphase passt.“ Er wolle sich darstellerisch in ganz unterschiedlichen Facetten ausloten und ausleben.

Auch seine Schauspielkollegin Alina Levshin gab sich reserviert. „Die Gründe sind intern und sollten nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden“, sagte sie dieser Zeitung. „Es war eine spannende Erfahrung, insbesondere die herzliche Aufnahme in Erfurt, die mir in bester Erinnerung bleiben wird. Vielleicht sieht man sich an anderer Stelle wieder.“

Für den MDR ist es peinlich, dass seine Stars desertieren, andererseits aber kommt das Erfurter Ende dem Sender vielleicht sogar zupass. Peinlich ist es, weil das vom MDR gewählte Auswahlverfahren damit gescheitert ist: Das Konzept für den Erfurt-„Tatort“ wurde frei unter Produzenten ausgeschrieben, ein Novum in der Medienlandschaft. Dann siegte aber ausgerechnet TV-Urgestein Thomas Bohn, der die Auftaktfolge durch altbackene Berufsjugendlichkeit grandios in den Sand setzte. Bei nur einem Fall im Jahr konnte sich das neue Team nicht so schnell von diesem Eindruck erholen.

Andererseits schafft der Zusammenbruch des Thüringen-Trios eine Marktbereinigung im immer unübersichtlicher werdenden „Tatort“-Land. Allein beim MDR treffen Abschiede und Neuanfängen in schneller Folge aufeinander. Zeitgleich mit den drei Erfurter Nachwuchskräften hatten am benachbarten Standort Weimar Nora Tschirner und Christian Ulmen ihren Polizeidienst angetreten. Ihre turbulente Neujahrsfolge „Der Irre Iwan“ bekam weit mehr Resonanz als die hausbackenen Bemühungen des Erfurter Trios.

So kann der Sender weiterhin darauf verweisen, dass der Regionalproporz gewährleistet bleibt: Mit einem Fall pro Jahr aus Weimar bleibt Thüringen weiter präsent. Und der Sender hat Luft für die nächste „Tatort“-Baustelle: Am 15. Februar und 26. April laufen die beiden letzen Folgen des Leipziger Duos Martin Wuttke und Simone Thomalla. Im Frühjahr ist Drehstart für das neue Dresdner Team, bestehend aus Martin Brambach und seinen „Engeln“ Karin Hanczewski, Alwara Höfels und Jella Haase.

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