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Nachrichten Medien & TV Weltweite Bedenken gegen Googles Datenbrille
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19:04 18.06.2013
Datenschützer weltweit blicken skeptisch auf Googles Datenbrille – und auf den möglicherweise verletzten Schutz der Privatsphäre. Quelle: dpa
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Berlin

Die Datenschützer mehrerer Staaten haben von Google weitere Informationen über die Computerbrille Glass gefordert. „Wir raten Google nachdrücklich, in einen echten Dialog mit Datenschutzbehörden über Glass zu treten“, heißt es in einem Brief an Google-Chef Larry Page, der am Dienstag verschickt wurde. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, trage den Brief mit, wie eine Sprecherin sagte. Für die Datenschützer der 27 EU-Staaten unterzeichnete Jacob Kohnstamm aus den Niederlanden. Auch Datenschützer aus Australien, Neuseeland, Kanada, Mexiko, der Schweiz und Israel unterschrieben.

Zu den Fragen an Google zählt, welche Regeln das Unternehmen bei Glass zum Schutz der Privatsphäre festgelegt habe. Die Behörden wollen auch wissen, ob Google das Risiko für die Privatsphäre analysiert habe sowie welche Informationen es mit Glass sammele und mit Dritten teile. Außerdem fragen sie nach Möglichkeiten, die Brille zu testen.

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Die Datenbrille Google Glass gibt es derzeit nur in einer Testversion. Testgeräte für ausgewählte Nutzer in den USA kosten 1500 Dollar. Die Datenschützer wollen dennoch jetzt schon prüfen, ob das Gerät mit europäischen Datenschutzregeln vereinbar sei, „auch wenn das neue Produkt erst im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll“, erklärte Schaar.

Einen kritischen Punkt sehen die Datenschützer bei der Gesichtserkennung. Zwar hat Google es Programmieren ausdrücklich verboten, Programme mit einer Gesichtserkennungs-Funktion zu entwickeln. Die Datenschützer wollen dennoch wissen, wie Google Fragen rund um dieses Thema künftig beantworten will.

Die Diskussionen um Glass hätten gezeigt, welche Bedenken mit einem Gerät einhergehen, „mit dem Menschen Videos und Audio von anderen aufnehmen können“. Träger von Google Glas können kurze Filme und Fotos aufzeichen. Der Minicomputer wird wie eine Brille getragen und projiziert Informationen vor das Auge des Trägers. Glass wird durch Gesten oder Sprachanweisungen gesteuert.

dpa

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