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16:29 19.04.2016
Adnan Maral (Archivbild) zum Fall Böhmermann: "Satire sollte man nie persönlich nehmen. Die meisten Politiker stehen darüber." Quelle: Felix Hörhager/dpa
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Berlin

"Dies ist ein Streit zwischen einem beleidigten Staatsminister, der es persönlich nimmt, und einem Satiriker, der wahrscheinlich nicht mit den Folgen seiner Worte gerechnet hätte. In der Türkei und in Deutschland leben jeweils rund 80 Millionen Menschen. Viele von ihnen können abstrahieren", sagte Maral dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), zu dem die HAZ gehört.

Bei der Affäre Böhmermann gehe es nicht im Kern um deutsch-türkische Befindlichkeiten. "Es ist Präsident Erdogan persönlich, der keine Größe hat. Er hätte sagen müssen: 'Jan Böhmermann interessiert mich nicht, lasst ihn mal machen.' Stattdessen nimmt er dessen Schmähgedicht persönlich und macht eine Staatsaffäre draus. Satire sollte man nie persönlich nehmen. Die meisten Politiker stehen darüber."

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Maral erwartet, dass sich Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in der Türkei nicht für das satirische Schmähgedicht von Jan Böhmermann über den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan entschuldigt. Dem RND sagte er: "Konsequent wäre es, wenn Frau Merkel das Thema Böhmermann gar nicht mehr ansprechen würde. Sie hat die Sache ja nun explizit an die Justiz übergeben."

Er selbst fühle sich nicht persönlich von der Affäre betroffen, sagte der Schauspieler. "Ich lebe jetzt in dieser Gesellschaft. Dies ist auch mein Deutschland", betonte Maral.

Analysen und Hintergrundberichte zum Fall Böhmermann finden Sie auf unserer Themenseite.

Von Nina May

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