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Medien & TV Deutscher Radiopreis wird am Freitag verliehen
Nachrichten Medien & TV Deutscher Radiopreis wird am Freitag verliehen
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20:57 16.09.2010
Von Dirk Schmaler
Mit der üblichen Lena-Reaktion: „Das ist ja ganz schön krass! Jetzt bin ich aufgeregt! Wahnsinn!“ nahm die Sängerin aus Hannover am Mittwochabend eine vom MDR und der „Super Illu“ verliehene „Goldene Henne“ entgegen. Lena bekam einen Ehrenpreis als „Charme-Botschafterin Deutschlands“. Heute ist sie selbst Laudatorin für die beste Morgensendung im Radio.
Mit der üblichen Lena-Reaktion: „Das ist ja ganz schön krass! Jetzt bin ich aufgeregt! Wahnsinn!“ nahm die Sängerin aus Hannover am Mittwochabend eine vom MDR und der „Super Illu“ verliehene „Goldene Henne“ entgegen. Lena bekam einen Ehrenpreis als „Charme-Botschafterin Deutschlands“. Am Freitag ist sie selbst Laudatorin für die beste Morgensendung im Radio. Quelle: ap/ARD
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Phil Collins ist ein Radiomensch. Nicht nur, weil seine Lieder ohne dieses in Sachen Mainstream so verlässliche Medium seine alten Hits bis heute nicht aus den Sendelisten geschmissen hat. Er hat seinem Kofferradio seine musikalische Früherziehung zu verdanken. Das war in den Fünfzigern. Der kleine Phil war fünf, hatte gerade sein erstes Schlagzeug geschenkt bekommen und trommelte im Londoner Stadtteil Chiswick zu der Musik aus dem Äther. Freitagabend will der Musiker, der nicht ganz zufällig auch gerade sein neues Album bewirbt, an die glorreiche Vergangenheit dieses einst so romantisch-strahlenden Mediums Radio erinnern. Millionen Menschen werden ihm dabei zuhören. Im Radio.

Der Grund ist ungewöhnlich. Freitag ab 20.05 Uhr werden sich zum Deutschen Radiopreis erstmals 24 Stationen zu einer gemeinsamen Sendung zusammenschließen, darunter die großen Radiowellen aller neun Landesrundfunkanstalten der ARD, das Deutschlandradio und 14 private Sender, im Norden neben NDR 2 auch Radio ffn. Sie werden sich Preise vergeben, sich Radiogeschichten von prominenten Radiohörern wie Phil Collins, Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin Lena oder Silbermond erzählen lassen, die auch gleich live auftreten – und dem ältesten aller elektronischen Medien ein bisschen Roter-Teppich-Glanz verleihen.

Als Laudatoren haben sich unter anderem der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der Journalist Stefan Aust, der Comedian Thomas Hermanns, Lena und die Moderatorin Maybrit Illner angekündigt. Durch die Gala führt Katrin Müller-Hohenstein.

„Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass alle führenden Radiowellen, privat wie öffentlich-rechtlich, einen Abend lang dieselbe Sendung ausstrahlen“, erklärt NDR-Hörfunkchef Joachim Knuth, der das Projekt maßgeblich vorangebracht hat. „Radio macht sich kleiner, als es ist“, meint Knuth. Dabei gehöre Radio für die allermeisten Menschen zum täglichen Leben dazu. In der Tat: 60 Millionen schalten ihr Radiogerät täglich irgendwann ein, die durchschnittliche Hördauer beträgt 190 Minuten. Allerdings ist der große Vorteil auch der größte Nachteil: Radio gilt als „Nebenbeimedium“, die meisten Hörer bügeln, kochen oder fahren Auto zum Radioprogramm. „Die Alltagsleistungen werden zu wenig gewürdigt“, sagt Knuth.

Deshalb sollen genau die nun hervorgehoben werden. So gibt es etwa Kategorien für die beste Morgensendung, die beste Höreraktion, das beste Comedyformat oder das beste Sounddesign – Kategorien, die die Radiorealität wohl besser widerspiegeln als hochkarätige Hörspielpreise. Und weil das Radio sich dann doch nicht ganz ohne traut, wird die Gala auch vom Fernsehen übertragen. Ab Mitternacht strahlt das NDR Fernsehen die Gala zeitversetzt aus.