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13:14 15.03.2014
Ermittlungen im Klub der einsamen Herzen: Hauptkommissarin Eva Saalfeld (Simone Thomalla) sucht Zeugen – und sieht selber nicht ganz glücklich aus. Quelle: MDR/Steffen Junghans
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Hannover

Die Folge „Türkischer Honig“ zu Neujahr war nicht nur überzuckert – sie wurde für die Protagonisten auch zur Rutschpartie: Drei Wochen nach Ausstrahlung entschied der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR): Das war’s! Noch drei Fälle, dann verlassen die Kommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) Leipzig – nach mehr als 20 „Tatorten“ seit Sommer 2007. Einen der Abschiedsfälle gibt es am Sonntag.

In „Frühstück für immer“ geht das Leipziger „Tatort“-Team noch einmal auf Nummer sicher: ein klassischer Wer-war-es-Fall um Frauen ohne Männer, um Einsamkeit und verletzte Gefühle, um die Sehnsucht nach jemandem an der Seite, um Eifersucht – und Julia Marschner. Die geschiedene Mutter einer 20-jährigen Tochter, verlassen für eine Jüngere, nimmt es, wie es gerade kommt. „Sie ist immer mit so Typen gegangen. Sie wollte leben und nicht als Frau einfach verschwinden“, sagt Karmen, die beste Freundin.

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So passiert, was passieren musste: Am Morgen nach einer Ü-40-Party liegt Julia Marschner erdrosselt im Ortsteil Mockau. „Ist ’ne schöne Frau“, sagt Kommissar Keppler.

Ein Sexualmord? Kommissarin Saalfeld erinnert sich sofort an den „Würger von Mockau-Ost“. Der mordete genauso, sitzt aber in der geschlossenen Anstalt von Altscherbitz. Verdächtige gibt es auch ohne ihn: Flirtcoach Tom Römer, der die ausgelassen tanzende Julia Marschner bei der Party auf die Schulter küsste und umarmte, Peter Hauptmann, der verheiratete Schönheitschirurg, der eine Wohnung für spezielle sexuelle Treffs unterhält und wegen sexuellen Missbrauchs mit Todesfolge schon mal angeklagt war, und Mike Sartorius, der Freund von Caro, der Tochter der Toten. Diese findet seine Kette im Zimmer der Mutter, während die Polizei entdeckt, dass Mike einen regen SMS-Austausch mit Julia Marschner hatte – und am Abend ihrer Ermordung ein 20-minütiges Gespräch.

Keppler und Saalfeld treiben durch den Fall wie ein frisch verliebtes Paar, das nur noch nicht wirklich über seine Gefühle reden will. Aber man nähert sich an.

Regisseurin Claudia Garde, in deren Filmografie immerhin vier „Borowski“-Krimis stehen, macht das Frauendrama zum Gefühlsspiel, zu einem Psychogramm in der Ehe einsamer Frauen – und von Männern, die nicht Liebe suchen, sondern harten Sex.

In dem Mix kann der Leipzig-„Tatort“ überzeugen, in mancher Einzelheit nicht. Wenn Martin Wuttke das Raubein gibt etwa, wenn Simone Thomalla Innerlichkeit spielt, ist man nicht immer innerlich berührt. Zumal die Verhöre wieder viel zu laut sind. Das findet „Tatort“-Produzent Jan Kruse nicht: „Kommissare sind nicht Privatpersonen, sondern vertreten Recht und Gesetz – auch mit großem Nachdruck. Da schlägt auch die Persönlichkeit immer durch: Es macht sie wütend, was sie sich an Lügen anhören müssen.“

Noch zwei „Tatorte“ produziert die Leipziger Saxonia Media mit Wuttke und Thomalla, einen im Sommer, einen im Spätsommer, die dann vermutlich 2015 gesendet werden.

Von Norbert Wehrstedt

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