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Medien & TV EinsPlus wird zum Jugendkanal
Nachrichten Medien & TV EinsPlus wird zum Jugendkanal
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19:53 18.09.2013
Von Nora Lysk
Alles so schön bunt hier: Das neue EinsPlus-Programm mit „In Deutschland um die Welt“, „Walulis sieht fern“, „It’s Fashion“ und „Die Backpacker – Auf Klima-Tour durch Europa“. Quelle: SWR
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Jung, wild und digital. So präsentiert sich seit dieser Woche der ARD-Digitalkanal EinsPlus. Seit Montag läuft auf dem Spartensender eine Programmoffensive, mit der man die 14- bis 29-Jährigen vor den Bildschirm locken will. 16 Stunden täglich „junges Programm“ sollen dabei helfen und sind ein erster Schritt in Richtung eines angestrebten gemeinsamen Jugendkanals von ARD und ZDF. Dieser soll, wie es gestern in einer Mitteilung hieß, 2015 auf Sendung gehen.

Bereits Ende Oktober wollen die Intendanten ein Konzept für das trimediale Projekt vorlegen, das Fernsehen, Radio und Internet gleichermaßen berücksichtigen soll. Da die ARD ohnehin treibende Kraft beim Projekt Jugendkanal war, will der Sender zwei Drittel des Programms bestreiten. Die ersten Versuche laufen seit dieser Woche auf EinsPlus. „Denn es geht uns auch darum, ein Programmvermögen aufzubauen, dass man anschließend in den gemeinsamen Kanal einfließen lassen kann“, sagt Wolfgang Utz, Sprecher beim Südwestdeutschen Rundfunk (SWR), der den Digitalkanal verantwortet.

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Gestartet war EinsPlus 1997 als Ratgeber- und Servicekanal. Im vergangenen Jahr wurden dann Pläne von ARD und ZDF bekannt, den Spartensender mit einem Digitalkanal des ZDF zusammenzulegen, um aus dieser Fusion einen gemeinsamen Jugendkanal entstehen zu lassen.

Das Nebeneinander von jungen und traditionellen Angeboten gehört damit der Vergangenheit an, sagt EinsPlus-Programmchef Alexander von Harling, der allerdings immerhin schon 44 ist. Man sei jünger als ZDFneo, aber auf keinen Fall so grellbunt und knallig laut wie einst Bravo-TV oder Viva. Stattdessen gibt es extra neu produzierte Formate - und die sind teilweise ein wenig arg engagiert wie „Die Backpacker - Auf Klima-Tour durch Europa“, eine mehrteilige Reisedokumentation, in der zwei Teams versuchen, so klimaschonend wie möglich von Deutschland bis nach Gibraltar zu gelangen. Auf ihrer Reise unterstützen die Jugendlichen Urban-Gardening-Projekte, sammeln Holz für die Energiegewinnung aus Biomasse.

EinsPlus setzt sich damit betont von etlichen Privatsendern ab, die in den vergangenen Wochen erfahren mussten, dass man auch mit Trashformaten keine Quote mehr machen kann. Stattdessen besucht SWR-Moderator Pierre M. Krause in der Sendung „In Deutschland um die Welt“ beispielsweise das Rio Europas, das man mitten in Köln findet. 15 000 Brasilianer machen die Metropole am Rhein zu der größten brasilianischen Gemeinschaft in Deutschland. Das klingt zwar nach Volkshochschule, führt aber am Ende mit Caipirinha ins Waxing Studio.

Hinzukommen tägliche Musiksendungen, Reportagen, ein 14-tägliches Gaming-Magazin und unterschiedliche Modeformate wie „It’s Fashion“ mit Modebloggerin Jessica Weiß. Die Grimme-Preis-ausgezeichnete Mediensatire „Walulis sieht fern“ bleibt im Programm.

„EinsPlus wird damit zu einem Schaufenster, was in der ARD jugendmäßig los ist“, sagt von Harling. Der Spartenkanal lasse genügend Raum für Experimente. „Und man kann provokant bleiben, die Sprache der Jugendlichen sprechen und so ein klares Profil entwickeln.“

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