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Medien & TV Krebs: Ex-Piraten-Politiker braucht Hilfe
Nachrichten Medien & TV Krebs: Ex-Piraten-Politiker braucht Hilfe
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09:59 31.03.2016
"Krebs ist ein Arschloch, und dieses Arschloch hat heute bei mir angeklopft": Claudius Holler in seinem Video. Quelle: youtube/Screenshot
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Hannover/Hamburg

Claudius Holler kennt sich aus im Internet. Der Hamburger Medienunternehmer engagiert sich fleißig in den sozialen Netzwerken. Holler hat mehr als 6500 Follower bei Twitter, er postet fleißig bei Facebook und anderen Medien. Und: Er wird gehört. 2013 sorgte er mit einem wütenden Facebook-Post für Aufsehen, nachdem sein Fahrrad geklaut wurde.

"Krebs ist ein Arschloch – hilfst Du mir?"

Drei Jahre später sorgt Holler wieder für ein virales Video. Diesmal aber aus einem traurigen Anlass: Der 38-Jährige ist an Hoden-Krebs erkrankt - und braucht finanzielle Hilfe, weil er aktuell keine Krankenversicherung hat. "Krebs ist ein Arschloch – hilfst Du mir?" hat Holler, der 2011 Spitzenkandidat der Piratenpartei in Hamburg war, sein Video benannt. In dem mehr als 15-minütigen Hilferuf, der bei Youtube hochgeladen hat, schildert er die Hintergründe für seine finanzielle Notlage.

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Claudius Holler verweist darin auf eine anhaltende Pechsträhne. Vorneweg geht es um das von ihm und seinem Bruder vermarktete Trendgetränk "Leetmate". Nach einem erfolgreichen Auftakt ging es mit Leetmate bergab. Die Pleite droht, doch das kommt für die Brüder nicht in Frage. Ihr Ausweg: Beide haben sich selbst aus der Firma entlassen - und stehen gerade jetzt ohne Krankenversicherung da.

Schon jetzt will die Krankenkasse Geld

Für Claudius Holler kommt das zur Unzeit. Am Dienstag bekam er die Diagnose Hodenkrebs, nun steht eine Operation, sowie womöglich Chemotherapie und weitere Behandlungen an. Schon jetzt fordert die Krankenkasse Geld - 9000 Euro für Nachzahlungen, wie er dem Hamburger Abendblatt sagte. Geld, das Holler nicht hat. Deswegen bitte er um finanzielle Unterstützung - auch wenn er darüber selbst nicht glücklich ist.

"Es fühlt sich nicht gerade toll an, mit meiner Krankheit hausieren zu gehen, Bittsteller zu sein", sagt Holler in dem aufrührenden Video, unter dem er seine Kontodaten angegeben hat.

Viele Reaktionen im Netz

Im Internet schlägt das Video große Wellen. Bei Facebook und Twitter wurde es mehrere Tausendmal geteilt, das Video bei Youtube binnen eines Tages mehr als 20.000 mal angesehen. Zudem nehmen Twitter-Nutzer unter dem Hashtag #hollerkaputt Anteil am Schicksal des 38-Jährigen. Dazu gehört auch Katharina Nocun, die frühere bundespolitische Geschäftsführerin der Piraten.

zys