Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Medien & TV Keine Chance auf schnelle Abschaltung von Mobbing-Internetseite
Nachrichten Medien & TV Keine Chance auf schnelle Abschaltung von Mobbing-Internetseite
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:04 28.03.2011
Ein Schüler hat auf seinem Laptop die Internetseite „iShareGossip“ aufgerufen. Quelle: dpa
Anzeige

Die Berliner Behörden sehen keine Chance, die umstrittene Mobbing-Internetseite isharegossip.com zügig auszuschalten. „Es gibt technisch keine Möglichkeit, die Seite schnell vom Netz zu nehmen“, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch am Montag im Innenausschuss. Der Betreiber sei noch nicht identifiziert. Registriert sei die Seite, auf der sich Schüler gegenseitig beleidigen und verhöhnen, auf einen amerikanischen Anbieter. Der Computerserver steht wohl in Osteuropa.

Glietsch berichtete, bei der Berliner Polizei seien 139 Anzeigen wegen Beleidigung, Verleumdung und Störung des öffentlichen Friedens eingegangen. Außerdem gibt es zwölf Anzeigen wegen anderer Delikte im Zusammenhang mit dem Internetmobbing. Die für derartige Straftaten zuständige Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Main verfolge die Fälle.

Anzeige

Internetmobbing sei aber als Thema Teil der Anti-Gewalt-Seminare der Berliner Polizei. Es gebe einen engen Kontakt zur Bildungsverwaltung und zu Schulen, so Glietsch. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) betonte, Prävention sei in diesem Fall in erster Linie Aufgabe der Schulen, möglichst in der Zusammenarbeit von Lehrern und Schülern.

Vor einer Woche war nach einem Fall von Cyber-Mobbing ein Streit in Berlin eskaliert. Eine Gruppe von 20 Jugendlichen schlug einen 17-Jährigen krankenhausreif. Der junge Mann wollte seine Freundin vor massiven Beleidigungen durch ihre Mitschülerinnen auf einer berüchtigten Internetplattform beschützen.

Die Seite kommt nun auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM). Als jugendgefährdend indizierte Internetseiten können auf den deutschen Versionen bekannter Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo nicht mehr ohne weiteres gefunden werden. Der Zugriff auf die Seite ist im Internet aber weiterhin problemlos möglich.

dpa