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Medien & TV Kinder sind gestresst von WhatsApp
Nachrichten Medien & TV Kinder sind gestresst von WhatsApp
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15:10 23.11.2015
Das Smartphone isoliert: Jedes siebte Kind bemängelt, dass echte Kontakte zu Freunden zu kurz kommen. Quelle: Britta Pedersen/dpa
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Düsseldorf

Alle paar Minuten geht der Griff zum Smartphone, ohne Handy geht heute bei den meisten Kindern und Jugendlichen gar nichts mehr. Nun haben Mannheimer Forscher in einer Studie festgestellt, dass ein Viertel der jungen Smartphone-Nutzer sich durch die permanente Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp gestresst fühlt. Und: Die Kinder und Jugendlichen räumten in der Studie durchaus selbstkritisch einen fragwürdigen Umgang mit ihrem Smartphone ein.

Für die Studie befragten Forscher 500 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 14 Jahren, aber auch Eltern. Die wichtigsten Ergebnisse:

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  • Fast jeder zehnte (8 Prozent) der jungen Handy-Nutzer ist suchtgefährdet. Die exzessive Nutzung der Smartphones durch Kinder und Jugendliche sei zu einem Teil durch die Angst getrieben, aus dem Kommunikationsprozess des Freundeskreises ausgeschlossen zu werden und Dinge zu verpassen. So entstehe ein "permanenter Kommunikationsdruck", befanden die Forscher.
  • Das Handy stresst nicht nur, es lenkt auch ab: Fast die Hälfte gab zu, durch das Handy etwa von den Hausaufgaben abgelenkt zu werden (48 Prozent). Jeder Fünfte gab schulische Probleme durch seine starke Handy-Nutzung zu (20 Prozent).
  • Wo es eigentlich soziale Kontakte fördern soll, bewirkt das Smartphone auch oft das Gegenteil: Jeder Siebte (15 Prozent) bemängelt, dass echte Kontakte zu Freunden zu kurz kommen. Und jeder Zehnte (11 Prozent) ist bereits Opfer digitalen Mobbings oder von Ausgrenzung aus WhatsApp-Gruppen geworden.
  • Das Smartphone verführt auch zu nicht jugendfreiem Inhalt: Jeder Fünfte (21 Prozent) ist schon auf nicht jugendfreien Seiten gelandet und hat via Smartphone schon Gewalt-Videos mit entwürdigenden Darstellungen bekommen (19 Prozent). Am geringsten scheint bei den Acht- bis Vierzehnjährigen noch das Problem des sogenannten Sextings: Nur knapp jeder 20. Befragte (4 Prozent) gab an, bereits intime Fotos verschickt zu haben.

Auch die befragten Eltern sehen sich bei der "Handy-Erziehung" vor Schwierigkeiten gestellt: Sie leiden unter Machtlosigkeit, Kontrollverlust und Überforderung. Um das Ausmaß des Handykonsums der Kinder gibt es häufig Streit in den Familien. Viele Eltern kontrollieren heimlich, was ihre Sprösslinge mit dem Smartphone treiben. Technische Nutzungseinschränkungen sind den meisten Eltern unbekannt. Medienpädagogischen Rat aus dem Internet holen sich ebenfalls die wenigsten, fanden die Forscher heraus.

dpa/dv

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