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Medien & TV Li-La-Laune-Lena steht im Halbfinale
Nachrichten Medien & TV Li-La-Laune-Lena steht im Halbfinale
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10:17 08.03.2010
Von Imre Grimm
Eine Runde weiter: Lena Meyer-Landrut aus Hannover. Quelle: Dillenberg (Screenshot)
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20.15 Uhr: Zwölf Kameras, fünf Kandidaten, zwei Moderatoren, ein „Jurypräsident“: Stefan Raab betritt Feindesland: die ARD. Dunkler Anzug, dazu ein breites Metzgergrinsen: „Guten Abend, hier ist das erste deutsche Fernsehen.“ Moderatorin Sabine Henrich (ARD) ist ergriffen: „Jetzt ist die historische Zusammenarbeit vollzogen.“

20.20 Uhr: Mathias Opdenhövel (PRO7) begrüßt „PRO7-Außenminister Raab“: „Stefan, du bist in der ARD. Freuen sich Mama und Papa?“ Klar doch.

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20.28 Uhr: Lena Meyer-Landrut erklärt im Einspielfilm: „Grand Prix? Das wäre noch dreitausendmilliardenmal größer als das hier. Und schöner. Und wahnsinniger." Halbägypterin Sharyhan Osman (23) aus München eröffnet den Reigen. Endlich mal ein bisschen Tempo bei ihr. Gastjuror Adel Tawil (Ich & Ich) kann Arabisch und ist zufrieden. "Adel verpflichtet", witzelt Raab - und entschuldigt sich auch gleich: "Okay, bei den Öffentlich-Rechtlichen kannte den noch keiner."

20.50 Uhr: Es geht Schlag auf Schlag. Jennifer Braun (18) aus Eltville im Rheingau (größter Auftritt bisher: Weinfest in Wiesbaden 2009) singt "Nobody's wife", Kunststudentin Kerstin Freking (21) aus Osnabrück wählt Marit Larsens "If a song could get me you". Alles pannenfrei, alles etwas zu glatt.

21.05 Uhr: Schluss mit artig: Das singende Gesamtkunstwerk Christian "Dursti" Durstewitz aus Altenlotheim in Hessen wird auf das ARD-Publikum losgelassen. Mit Stirnband und Zuppelbärtchen singt "Schmusewitz" (Opdenhövel) ein Mando-Diao-Ballädchen. Szenenapplaus für eine Kunstpfeifereinlage. "Endlich einer, der pfeifen kann wie Klaus Meine" (Raab). Aber was ist das für ein waidwunder Alien auf seinem T-Shirt?

21.15 Uhr: Lenas erster Auftritt. Frisch wie der junge Morgen singt sie Kate Nashs "Mouthwash" und ist wieder ganz die Li-La-Laune-Lena. Sofort hat sie den Saal im Sack. Kleine Panne beim Einsatz. Macht nichts. Gastjurorin Anke Engelke: "Du bist ein Phänomen." Atemtechnik? "Hab gar keine." Herrlich.

21.28 Uhr: Sharyhan Osmans zweiter Song: eine eigene (Musical-)Ballade. Solide, glasklar, sauber. Elftklässlerin Jennifer Braun rockt heftig, leider in unkleidsamen Querstreifen. "Hippie" Kerstin Freking siegt locker gegen Regina Spektors Titel "Sometimes", und "Dursti" wagt sich mit einem warmen, kleinen Funksong aus eigener Feder an die Rampe: "Stalker". "Gestern erst geschrieben."

21.52 Uhr: Lena schmiegt sich durch Lisa Mitchells leise, verspielte Märchenballade "Neopolitan Dreams". Ihr Englisch: wieder formidabel. Feinstes Oxford. Danke, Dr. Assing (Englischlehrer an der IGS Roderbruch). Sie ist halt die Enkeltochter eines Aristokraten: Großvater Andreas Bruno Meyer-Landrut stammt aus Tallin (Estland), war deutscher Botschafter in Moskau und Staatssekretär unter Hans Dietrich Genscher. Ein bisschen diplomatische Vorprägung kann ja auch nicht schaden in Oslo. Die Jury ist hingerissen: "Du bist eben anders." Und Lena schwebt wieder "auf Wolke 3000“. So heißt das auf Lena-isch, wenn man sich "ganz hart" freut.

22.21 Uhr: Die Schlacht ist geschlagen. Nur Sharyhan Osman muss die Heimreise antreten. Jubel auch im "Faust", wo sich Lena-Fans wieder zum Public Viewing und Daumendrücken trafen.

Und wie geht's weiter? Dienstag folgt bei PRO7 das Halbfinale (zwei von vier fliegen raus). Lena liegt bei allen Umfragen weit vorn. Auch für die Buchmacher steht sie längst als Siegerin fest: Für einen Euro Einsatz gibt es im Erfolgsfall nur 2,20 Euro zurück. Das heißt: Man kann mit Lena zwar nicht reich werden. Aber glücklich.

Stefan Stosch 05.03.2010
Imre Grimm 04.03.2010