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Nachrichten Medien & TV Microsoft investiert 100 Millionen Euro ins Cloud Computing
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17:42 29.09.2010
Verlegung von IT-Dienstleistungen ins Netz: Microsoft will ins Cloud Computing investieren.
Verlegung von IT-Dienstleistungen ins Netz: Microsoft will ins Cloud Computing investieren. Quelle: dpa
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Der Software-Konzern Microsoft will die wieder anziehende Konjunktur nutzen, um Unternehmen zu einer umfassenden Modernisierung ihrer Informationstechnik zu bewegen. Ebenso wie andere Anbieter wirbt Microsoft für eine Verlagerung von IT-Dienstleistungen aller Art ins Internet, ein Konzept, das als Cloud Computing bezeichnet wird. „Wir spüren sehr deutlich, dass da ein Quantensprung bevorsteht“, sagte Deutschland-Geschäftsführer Ralph Haupter am Mittwoch am Rande einer Firmenkonferenz in Darmstadt.

Für die Umsetzung von Cloud Computing in Deutschland will Microsoft in den nächsten drei Jahren rund 100 Millionen Euro investieren. „Cloud Computing ist keine Vision mehr, Cloud Computing findet statt“, sagte Haupter während der Partnerkonferenz von Microsoft mit mehr als 1300 Teilnehmern. Das Technologiezentrum des Unternehmens in München werde zu einem Cloud-Kompetenzzentrum ausgebaut, kündigte der Manager an. Microsoft wolle die führende Cloud Company werden. Zu den Wettbewerbern gehören unter anderem Google und Amazon.

Cloud Computing verspricht den Unternehmen Kosteneinsparungen und mehr Flexibilität, wenn Rechenleistung, Anwendungen oder Speicherplatz aus dem Netz bezogen werden. Abgerechnet wird nur nach tatsächlicher Nutzung. Entsteht plötzlich ein höherer Bedarf an IT-Dienstleistungen, soll dieser sofort gedeckt werden.

Bei einer Verlagerung von IT-Prozessen aus dem Unternehmen ins Netz stellen sich allerdings Fragen nach Sicherheit und Stabilität. Haupter sagte, Microsoft werde sich der gesellschaftlichen Diskussion um Datensicherheit stellen. Im dpa-Interview fügte er hinzu, Microsoft befinde sich in einem „extrem konstruktiven Dialog“ mit dem Bundesinnenministerium. In der Frage der Geodatendienste werde der mit dem Ministerium vereinbarte Vorschlag einer Selbstregulierung über den Fachverband Bitkom umgesetzt.

Die gegenwärtige Wirtschaftslage begünstige die Entscheidung für eine Modernisierung in der Informationstechnik, sagte Haupter. „Die Krise war ein V, wir sind jetzt am rechten oberen Ende des V angekommen.“ Damit gebe es bei den Unternehmen wieder Luft für Investitionen. Neben der Umsetzung von Lösungen im Cloud Computing bestehe auch ein großer Bedarf an der Erneuerung von Hardware. „Statistisch gesehen hatten wir noch nie so viele alte PCs wie jetzt.“

Große Hoffnungen setzt Microsoft auch in sein neues Handy- Betriebssystem Windows Phone 7 - gerade bei mobilen Geräten gewinnt die Nutzung von Cloud-Diensten aller Art zunehmend an Bedeutung. Windows Phone 7 soll rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft am 21. Oktober eingeführt werden, wie am Rande der zweitägigen Partnerkonferenz in Darmstadt aus Unternehmenskreisen verlautete.

Microsoft hatte lange Zeit eine führende Position bei Betriebssystemen für mobile Geräte, ist in den vergangenen Jahren aber zunehmend in Bedrängnis geraten. Nach jüngsten Daten des Marktforschungsunternehmens Gartner hat das mobile Windows bei Smartphones nur noch einen Marktanteil von weltweit fünf Prozent. Damit liegt es deutlich hinter dem Nokia-System Symbian (41,2 Prozent), Blackberry (18,2 Prozent), der Google-Software Android (17,2 Prozent) und dem Apple-Betriebssystem iOS (14,2 Prozent).

dpa

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