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Medien & TV „Mission Südafrika“: Eine Nanny für besondere Fälle
Nachrichten Medien & TV „Mission Südafrika“: Eine Nanny für besondere Fälle
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09:06 27.12.2018
Sie soll es richten: Kindermädchen Henni (Saskia Vester) reist dieses Mal nach Südafrika auf eine Farm, deren Besitzer als Opa wider Willen mit der Betreuung seiner beiden Enkel nichts zu tun haben will. Quelle: Foto: Raquel Fernandes/ARD
Johannesburg

Nun ist es doch nicht Hongkong geworden, aber Südafrika ist ja auch nicht schlecht. „Mission Mauritius“, der erste Film mit Saskia Vester als Premium-Kindermädchen für besondere Fälle, hatte mit einem Blick auf eine Hongkong-Reklame geendet.

Ihr zweites Engagement führt die eigentlich arbeitslos gemeldete Henriette in die Nähe von Johannesburg. Dort muss sich ein Großvater um seine beiden Enkel kümmern, weil die Eltern der Jungen ihre Trennung nicht vor den Augen der Kinder vollziehen wollen.

„Mission Südafrika“: Keine Tourismuswerbung

Die „Mission Südafrika“ entpuppt sich für Nanny Henni als echte Herausforderung, denn ihr Auftraggeber, Konrad Eckstein (Filip Peeters), ist ein verwitweter griesgrämiger Farmer, der zu seiner Tochter kaum Kontakt und von seinen Enkeln keine besonders hohe Meinung hat. Natürlich gelingt es der frohgemuten Münchnerin nicht nur, die raue Schale zu knacken, sie versöhnt am Ende auch Vater und Tochter.

Das klingt nach einem üblichen Freitagsfilm im Ersten, zumal schon „Mission Mauritius“ vor allem eine Mission Zeitvertreib war. „Mission Südafrika“ wirkt insgesamt jedoch gelungener. Die Umsetzung entspricht mit ihren vielen Aufnahmen von Wildtieren in der Savanne zwar dem bewährten Schema des Afrikadramas, aber die Bilder sind diesmal stimmiger in die Handlung integriert als die Tourismuswerbung im ersten Film.

Handlungsreiches Drehbuch – aber ohne Romanze

Kameramann Ngo The Chau, für einen „Tatort“ („Scheherazade“) und den Lars-Becker-Krimi „Zum Sterben zu früh“ jeweils mit dem Deutschen Fernsehpreis für die beste Kamera ausgezeichnet, gehört zu den Besten seines Fachs und weiß natürlich, welches Augenfutter sich Auftraggeber, Produzent und Publikum erhoffen. Produziert werden die „Missionen“ von FFP New Media, die auch die Rosamunde-Pilcher-Filme fürs ZDF herstellt. Auf dem Sonntagssendeplatz kennt sich dank einiger Inga-Lindström-Episoden auch Regisseur Udo Witte gut aus.

Trotzdem widersetzt sich „Mission Südafrika“ in mancherlei Hinsicht den Erwartungen. So verzichtet das handlungsreiche Drehbuch (nach Martin Rauhaus diesmal Robert Krause) zum Beispiel erneut auf eine Romanze, obwohl Wildhüter Konrad dem Kindermädchen gegen Ende anerkennend attestiert, sie sei „das verrückteste Weib“, das er je kennengelernt habe.

Filip Peeters: Ausgezeichnete Besetzung

Schon „Mission Mauritius“ musste ohne Liebelei auskommen, weil der gleichfalls verwitwete Hoteldirektor deutlich jünger als die Heldin war.

In dieser Hinsicht nehmen die Produktionen der ARD-Tochter Degeto in der Regel Rücksicht auf die mutmaßlich konservativen Ansichten des Freitagspublikums. Der knorrige Konrad und die temperamentvolle Henriette würden sich prächtig ergänzen, aber das wäre natürlich das Ende der Filmreihe. Die Heldin soll ja noch andere exotische Schauplätze aufsuchen, weshalb Henni den Avancen widersteht. Das macht die entsprechenden Szenen nicht weniger sehenswert, zumal der Belgier Filip Peeters, schon lange Stammgast im deutschen Fernsehen, eine ausgezeichnete Besetzung ist. Den braun gebrannten Naturburschen verkörpert er gerade auch in den schönen Szenen mit einer Elefantendame ebenso glaubwürdig wie den verbitterten Vater.

Komödie spielt in Südafrika – doch fast nur weiße Schauspieler

Der Tierarzt hatte immer gehofft, seine Tochter, ebenfalls Veterinärin, würde dereinst die Farm und auch seine Stelle im Nationalpark übernehmen, aber dann hat sie ihren Beruf aufgegeben und ist nach Johannesburg gezogen. Nun legt ihm eine Frau aus der Parkverwaltung nahe, in den Ruhestand zu gehen.

Seltsamerweise gibt es außer dieser zwangsläufig eher negativ konnotierten Figur keine weiteren schwarzen Mitwirkenden. Zum Ausgleich hat Luis-Max Anders afrikanische Rhythmen und Instrumente in seine muntere Musik integriert.

Von Tilmann P. Gangloff

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