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Medien & TV Meinung muss sich wieder lohnen
Nachrichten Medien & TV Meinung muss sich wieder lohnen
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08:36 05.05.2014
Von Imre Grimm
Soll „weiblicher“ und meinungsstärker werden: Der neue „Spiegel“. Quelle: Bodo Marks
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Hamburg

Neuer Chef - neue Optik: Das gibt’s ja auch anderswo, dass ein Neuer erst mal Corporate Design, Briefpapier und Firmenlogo verändert, um nach außen und innen klarzumachen: Hier bin ich.

Nun also hat sich der „Spiegel“ nach 17 Jahren (oder 904 Ausgaben) ein neues Layout verpasst. Und „Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner lässt sich in der „Hausmitteilung“ gleich mal in Macherpose ablichten. Sein Artdirector Uwe Beyer dagegen wird mit dem eher defensiven Satz zitiert, man habe „keinen Radikal-Relaunch“ gewollt.

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Tatsächlich blieb die Renovierung behutsam: drei neue Themenhäppchen (Teaser) auf dem Titel, mehr Grafiken, größere Bilder, etwas mehr Luft, dafür aber ein üppigerer Satzspiegel (also der genutzte Raum auf einer Druckseite), der „Economist“ lässt grüßen. Als Hausfarbe ist das satte „Spiegel“-Alarmrot einem milden Orange gewichen. Ab 2015 dann erscheint der „Spiegel“ sonnabends, er soll bis dahin „weiblicher“ und (ernsthaft) lustiger werden. Martin Sonneborn, zuständig für das Online-Satireressort „Spam“, entwickelt eine Print-Satireseite. Und „Spiegel Online“-Kolumnisten wie Jakob Augstein und Jan Fleischhauer schreiben ab sofort auch im gedruckten „Spiegel“. „Projekt Eisberg“ nennt Büchner die überfällige Versöhnung der Print- und Onlineredaktion - ein Unterfangen, gegen den die Lösung des Nahostkonflikts ein Spaziergang ist. Büchner will „Autoren stärker als Marke etablieren“. Gleichzeitig soll ein namenloser Leitartikel die institutionelle „Spiegel“-Meinung kundtun.

Der „Spiegel“ will „wärmer“ und eleganter daherkommen, dabei aber „seine Stärken investigative Recherche und exzellente Reportagen noch besser zur Geltung bringen“. Das klingt widersprüchlich, und so fühlt sich das Heft auch an. Politischer - aber mit Satire? Apodiktischer - aber in Wellness-Orange? Relevanter - aber mit Nabelschau-Kolumnen? Und: Gibt’s so etwas wie „Frauenthemen“ 2014 überhaupt noch? Gestandene „Spiegel“-Leser lässt das Gesamtpaket ziemlich ratlos zurück.

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