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00:15 31.10.2015
Zweite Staffel von "Fargo": Kirsten Dunst macht sich aus Versehen schuldig. Quelle: Netflix
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Hannover

Eine junge Frau fährt im Auto durch den Schnee. Ihre blonden Haare glänzen, das Rot ihrer Lippen verleiht ihr etwas Divenhaftes. Das kesse Siebzigerjahrekostüm kleidet sie sehr gut. Dann jedoch wird ihre Windschutzscheibe zertrümmert.

Die Schönheit, gespielt von Filmstar Kirsten Dunst, hat einen Menschen überfahren. Sie ahnt nicht, dass dieser, der jüngste Bruder eines örtlichen Mafia-Clans, soeben nach einem hysterischen Anfall drei Menschen in einer Waffelbude erschossen hat.

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Blutig und skurril

Seelenruhig nimmt die Fahrerin ihr Opfer auf der Motorhaube mit nach Hause in die Garage. Ihr Mann soll sich drum kümmern. Dabei kommen diesem seine Fertigkeiten als Metzger zugute. "Breaking Bad"-Sadist Jesse Plemons brilliert als tumber Fleischer mit Riesenbauch, der kindliche Überraschung über sein Schicksal und anpackende Entschlossenheit vereint.

Auch in der zweiten Staffel der US-Serie "Fargo", ein Spin-off des gleichnamigen Films von Ethan und Joel Coen aus dem Jahr 1996, geht es blutig und skurril zu. Drehbuchautor Noah Hawley ("Bones") siedelt das Geschehen im Jahr 1979 an.

Unter Gängstern

Erzählt wird die Vorgeschichte des Polizistinnenvaters Lou Solverson aus der ersten Staffel. Der Zuschauer kennt ihn als stolzen Imbissbudenbetreiber, der seine Dienstwaffe einst gegen eine Kaffeekanne eingetauscht hat. Wie es dazu kam, wird jetzt erzählt.

Solverson (gespielt von Patrick Wilson) und sein Schwiegervater Sheriff Hank Larsson (Ted Danson, bekannt aus "Cheers") geraten als Ermittler in den Konflikt zwischen einer lokalen Gangsterfamilie und einem expandierenden Verbrechersyndikat.

Intensive Atmosphäre

Für die erste Staffel, in der "Hobbit"-Star Martin Freeman die Hauptrolle spielte, gab es unter anderem drei Emmys und zwei Golden Globes. Die zweite Staffel ist noch stringenter und spannender erzählt und offenbart, wozu Menschen in Extremsituationen fähig sind. Das hat Gänsehautpotenzial.

Auch bereitet es Vergnügen, "Fargo" als Gesamtkosmos zu betrachten und die wiederkehrenden Elemente zu suchen: die Figur des ehrenhaften Provinzpolizisten, den durch Zufall zum Verbrecher werdenden Normalbürger, die Straßensperre, die dem Polizisten zum Verhängnis werden könnte. Die eiskalte Landschaft von South Dakota sorgt für eine intensive Atmosphäre.

Immer mittwochs

Da es sich nicht um eine Netflix-Eigenproduktion handelt, wird nicht wie sonst die komplette Staffel sofort angeboten. Aber die Zuschauer müssen zumindest nicht allzu lange warten, bis die Folgen nach der US-Ausstrahlung in englischer und deutscher Sprache beim Streamingdienst zu finden sind.

Der Hinweis vor jeder Episode, dass die Handlung auf einer wahren Geschichte basiere, ist übrigens eine Flunkerei. Tatsächlich ist die Handlung wie die des Films frei erfunden. Es wäre auch eine Überraschung, wenn die Wirklichkeit so gut konstruiert wäre.

Fargo | Netflix
Film-Spin-off mit Kirsten Dunst
neue Folgen immer Mittwochs
Bewertung: 4 von 5 Sterne

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