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Medien & TV Ostern läuft der Zweiteiler „Prinz und Bottel“ im Ki.Ka
Nachrichten Medien & TV Ostern läuft der Zweiteiler „Prinz und Bottel“ im Ki.Ka
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17:49 28.03.2010
Von Heike Manssen
Unterschiedlich und doch ähnlich: Nur einen einzigen Tag soll der Rollentausch zwischen Prinz und Bottel (Moritz Jahn) dauern.
Unterschiedlich und doch ähnlich: Nur einen einzigen Tag soll der Rollentausch zwischen Prinz und Bottel (Moritz Jahn) dauern. Quelle: ZDF (Handout)
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Eigentlich sollten es Zwillingsbrüder sein. Zwei, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen, zwischen 12 und 16 Jahre alt sind, dialektfrei sprechen und eine schauspielerische Begabung haben. Das ZDF und die Produktionsfirma „Kinderfilm“ fanden offensichtlich kein solches Paar, und so musste Jungschauspieler Moritz Jahn eben beide Rollen übernehmen. Die von Calvin und Kevin. Das hat er gut hingekriegt, ganz locker wechselt er zwischen charmant und süß, dann rotzig und frech. Zu Ostern ist er in der Doppelrolle im Zweiteiler „Prinz und Bottel“ zu sehen. Die Geschichte basiert auf dem Roman „Prinz und Bottel oder Erzähl mir vom Dow Jones“ der erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie.

Calvin Prinz, verwöhntes Einzelkind aus millionenschwerem Reederhaus, und Kevin Bottel, Kind einer vaterlosen fünfköpfigen Familie am Rande des Existenzminimums, sind zwei 14-Jährige, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch äußerlich gleichen sie sich wie ein Ei dem anderen. Als sie sich dann zufällig begegnen, beschließen sie, ihre Rollen für ein paar Tage zu tauschen. Weiße Bundfaltenhose gegen schmuddelige Skaterjeans.

Das geht anfangs auch gut. Während Kevin im überbehüteten Umfeld den Luxus genießt, sogar Spaß am Lernen bekommt und zur Freude seines neuen Vaters Interesse an Börsenkursen entwickelt, lebt sich Calvin gut in der krisengeschüttelten Familie ein. Er genießt es , Geschwister zu haben, sein eigenes Geld verdienen zu können, und verliebt sich obendrein in Kevins Klassenkameradin Tatjana. Beide Milieus werden stark überzeichnet dargestellt. Nur so kommt es immer wieder zu lustigen Szenen, beispielsweise wenn Kevin zum Kinderpsychiater muss oder Calvin seinen prolligen Bruder versucht davon abzuhalten, den Gerichtsvollzieher zu verprügeln. Das geht natürlich auch nicht ohne Schimpfworte, auf die dieser Film nicht verzichtet kann, aber auch nicht muss.

Irgendwann funktioniert das Rollenspiel nicht mehr. Die ganze Sache läuft aus dem Ruder. „Ich scheiß’ auf den Luxus“, schimpft Kevin irgendwann, „nie haben wir Geld“, beschwert sich Calvin. Kevin vermisst die menschliche Wärme, den Zusammenhalt in der Familie, Calvin dagegen ein Leben, in dem es nicht ständig um die finanzielle Not geht. Alle beide erkennen beim Rollentausch die Schwächen der neuen, aber auch der eigenen Eltern. Und irgendwann müssen die beiden Jungen Verantwortung übernehmen und sich um ihre „Gastfamilie“ kümmern. Rührig dabei der reiche, überforderte Wochenend-Papa, gespielt von Jürgen Heinrich.

Zum Glück bleibt bei allem Hin und Her der erhobene Zeigefinger unten, Schwarz-Weiß-Denken chancenlos, dagegen steht der Humor im Vordergrund. Geld macht nicht glücklich, kein Geld aber auch nicht. Es gibt eben viele Dinge, auf die es ankommt. Und das eigene Leben ist immer noch das Beste, das erfahren auch Calvin und Kevin.