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Medien & TV Rechnungshof: Schweiger-„Tatort“ ist zu teuer
Nachrichten Medien & TV Rechnungshof: Schweiger-„Tatort“ ist zu teuer
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14:03 15.02.2017
Rüge vom Rechnungshof: Der NDR greift bei den „Tatort“-Produktionen mit Til Schweiger zu tief in die Tasche. Quelle: dpa
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Hamburg

Die „Tatort“-Folgen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) sind nach einer Analyse des Hamburger Rechnungshofs deutlich zu teuer. „Die Produktionskosten übersteigen die veranschlagten Beiträge regelmäßig, teilweise bis zu 20 Prozent“, schreibt der Rechnungshof es in seinem Jahresbericht. Moniert werden vor allem die Fälle von Til Schweiger als Kommissar Nick Tschiller.

Mit durchschnittlich 1,7 Millionen Euro Budget produziert der NDR teurer als die anderen ARD-Anstalten (1,5 Millionen Euro). Das ergab die Prüfung für neun der 18 „Tatort“-Ausgaben des Senders zwischen 2012 und 2014. Am teuersten war die Nick-Tschiller-Folge „Der große Schmerz“ (2,1 Millionen Euro), die sogar den ARD-Durchschnitt um 40 Prozent übertraf.

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Rechnungshof: Staraufgebot rechtfertigt die Kosten nicht

Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, begründet der NDR die hohen Ausgaben mit der hohen Promi-Dichte und guten Drehbüchern. NDR-Sprecher Martin Gartzke verwies außerdem auf die Zuschauerzahlen: „Insgesamt haben in den Jahren 2012 bis 2015 zehn ‚Tatorte‘ die Zehn-Millionen-Marke übertroffen – ein in dieser Breite herausragender Wert.“

Argumente, die der Rechnungshof nicht gelten lässt: Im Fall von Til Schweiger sackten beispielsweise die Zuschauerzahlen innerhalb von vier Filmen von 12,74 Millionen auf 7,69 Millionen ab. Auch Stargast Helene Fischer sorgte in der Folge „Der große Schmerz“ nur für 8,24 Millionen Zuschauer. Andere Sendeanstalten produzierten ebenfalls „Tatort“-Fälle mit hochkarätigen Darstellern, aber zu deutlich niedrigeren Kosten, erklärte der Rechnungshof.

Von RND/as

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