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12:59 18.06.2015
Foto: Eine Ära geht zu Ende - Stefan Raab hat seinen Rücktritt aus dem Fernsehen verkündet.
Eine Ära geht zu Ende - Stefan Raab hat seinen Rücktritt aus dem Fernsehen verkündet. Quelle: dpa
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Köln

Als erster Name fällt natürlich Jan Böhmermann. Der Moderator der Late-Night-Show Neo Magazin ist seit #Varoufake das Enfant Terrible des deutschen Fernsehens: Als er behauptete, das Stinkefinger-Video des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis sei sein Werk, narrte er die Öffentlichtkeit.

Geeignete Kandidaten wären aber auch Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Allerdings haben sie bereits eine Sendung auf ProSieben: Circus Halligalli. Oder sollte eine Frau Stefan Raabs Sendeplatz übernehmen? Was wäre zum Beispiel mit Charlotte Roche? Erfahrung hat sie: Roche morderierte mit Böhmermann bereits eine Talkshow, die nach den beiden benannt war. Ende 2015 hätte aber auch Günther Jauch wieder mehr Zeit: Er hört mit seiner Talkshow am Sonntagabend in der ARD auf.

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Am Mittwochabend hatte Stefan Raab angekündigt, dass er sich vom Bildschirm zurückziehen wird. "Ich habe mich entschlossen, zum Ende dieses Jahres meine Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen", zitierte sein Haussender ProSieben den 48-Jährigen. "ProSieben hat mir eine mehrjährige Vertragsverlängerung angeboten. Das hat mich sehr geehrt. Dennoch habe ich meine Entscheidung nach reiflicher Überlegung und mit Überzeugung getroffen." Er bedankte sich "für 16 außerordentliche, tolle und erfolgreiche Jahre".

Schlechte Laune an der Börse

Den Anlegern an der Börse verdarb die Meldung am Donnerstagmorgen die Laune: Die Aktie von von ProSiebenSat.1 fiel um 1,25 Prozent auf rund 41,60 Euro. "Raab ist omnipräsent im Fernsehen und das seit nunmehr 16 Jahren. Entsprechend schwer wiegt sein Abgang", kommentierte ein Börsianer. Den Erfolg der gutlaufenden Raab-Formate ohne den Entertainer auf dem gegenwärtigen Niveau zu halten, werde eine große Herausforderung für den Fernsehsender, schrieb Analyst Harald Heider von der DZ Bank.

Auch deshalb sagte ProSieben-Senderchef Wolfgang Link: "Sollte er jemals einen Rücktritt vom Rücktritt in Erwägung ziehen: Bei ProSieben stehen ihm alle Türen offen." Noch im vergangenen Jahr hatte ProSieben eine neue große Show mit Raab angekündigt. Zuletzt hatte es Spekulationen über ein Zerwürfnis zwischen dem Entertainer und seinem Haussender sowie über einen möglichen Wechsel zum Konkurrenten RTL gegeben.

Grimme-Preis-Träger Raab etablierte bei ProSieben neben der Unterhaltungssendung "TV Total" auch die Spielshow "Schlag den Raab" und diverse Spektakel wie die "Wok WM". Er besitzt eine treue Fangemeinde. Auch bei dem Songwettbewerb Eurovision Song Contest (ESC) zeigte sich der TV-Produzent aus Köln als geschickter Fernsehmacher: Aus seiner Castingshow "Unser Song für Oslo" ging 2010 die deutsche ESC-Siegerin Lena Meyer-Landrut hervor. Für den Wettbewerb "SSDSGPS ? Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star" hatte er bereits im Jahr 2005 den Grimme-Preis erhalten. Raab erklärte: "Ich bedanke mich bei meinem Sender ProSieben, der mich in den vergangenen Jahren alle meine Ideen hat umsetzen lassen. Wir beenden die Zusammenarbeit im besten Verhältnis, das man haben kann."

Klaas teilt die Mitarbeiter auf

Promi-Kollegen, ehemalige Gäste und Weggefährten bedankten sich bei Raab: "Ich kann und werde mich im Moment zu den Nachrichten nicht groß äußern, außer: Danke, für eine geile Zeit!!! Und ich freue mich sehr auf das halbe Jahr, was noch kommt (außer Turmspringen). Auf geht's!!!", schrieb Elton. "Bisschen Sorge, dass Raab das ganze TV abschaltet", twitterte Simon Gosejohann. "Böhmi kriegt die bongos und elton, wir nehmen ingrid & klaus", schlug Klaas Heufer-Umlauf vor. "Die Entscheidung zum Raabschied von Stefan ist sein gutes Recht. Danke für alles! @ProSieben jetzt mit Problemen. Für mich jetzt? Pause", meinte Frank Buschmann. Er hatte viele Sendungen von Raab kommentiert.

Raab moderierte TV Total" nach Senderangaben bislang 2180 Mal, hatte zuletzt aber mit sinkenden Quoten zu kämpfen. Neben dem Adolf-Grimme-Preis wurde er mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Comedy-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Seine Bildschirmkarriere begann er Anfang der 90er Jahre beim Musiksender Viva. Auf Yotube finden sich viele Ausschnitte aus der Sendung, unter anderem die Szene "Lieblingswitz" (Quelle: vongesternblog.de).

dpa / wer

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