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Medien & TV „Eine Heldenreise durchgemacht“
Nachrichten Medien & TV „Eine Heldenreise durchgemacht“
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00:19 11.05.2014
Strahlende Siegerin: Stefanie gewinnt das Finale. Quelle: dpa
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Köln

Sie mussten trainieren und sich verbiegen. Es wurde an ihnen gezerrt und herumgekrittelt. Doch am Ende hatte sich der ganze Aufwand für eine dann doch kurzzeitig gelohnt. Die 17-jährige Stefanie stand gestern Abend im Glitzerregen in der Kölner Lanxess Arena vor rund 15.000 Zuschauern. Vor sich das Cover der deutschen Ausgabe der Cosmopolitan und im Hinterkopf die Hoffnung, dass der Traum vom Modelldasein doch bitte noch ein bisschen länger dauert. Kaum eine ihrer Vorgängerinnen bei „Germany's next Topmodel“ hat es bisher geschafft, auf Dauer die Titelseiten zu zieren. Doch wer weiß, was die Zukunft bringt für die Schülerin aus Kaiserslautern.

Die Mädchen, die sich für die Pro7-Show mit Modelmutter Heidi Klum bewerben, sind ohnehin einiges gewohnt. Zum Beispiel, dass Nachnamen keine Rolle mehr spielen. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Die Finalistinnen, Stefanie, Jolina (17) und Ivana (18) werden sich daran gewöhnen müssen. Spätestens wenn sie die ersten Jobs haben, geht auch der Vorname flöten. Dann nämlich tragen die Kleider die glamourösen Namen, die Mädchen nur noch Nummern. Das macht die Einteilung Backstage einfacher. Und auch, dass die Regenbogenpresse jedes Promileben im Steckbrief protokolliert, in dem dann Dinge stehen, wie „fällt durch Schlafzimmerblick auf“ (Ivana), „hat eine seltene Krankheit hinter sich, bei der sich die Organe verdrehen“ (Stefanie) oder „Wie ein Glas Sekt, das nicht sprudelt“ (Juror Wolfgang Joop über Jolina) gehört zum klumschen Kosmos dazu. Gelernt ist eben gelernt.

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Im Finale gestern wurden natürlich nettere Töne angeschlagen. Wolfgang Joop, der in der Staffel mehr den lieben Onkel, denn den strengen Juror mimte, sprach von seinen „Divinnen“, die beim Fotoshooting mit Rockband und Luftgitarre dann aber doch mehr krampf- als damenhaft rüberkamen. Sei es drum. Die Siegerin ist gefunden. Der dreidimensionale Livewalk in der überdimensionalen Luftblase dürfte eh als Metapher für die vielen zerplatzten Träume ihrer Vorgängerinnen stehen.

135.000 junge Mädchen hatten sich über die vergangenen neun Staffeln beworben. Rund 15.000 waren es in diesem Jahr. Was man in den letzten Jahren gelernt hat: „Germany's next Topmodel“ lässt zwar keine Mädchenträume wahr werden, aber dafür schafft das Format ein blitzsauberes Werbeumfeld, das sich vor allem für Kosmetikmarken und Modelabels lohnt. Und für das Imperium Klum. Die Siegerin bekommt einen Vertrag bei der Oneeins Management GmbH, die wiederum zu 100 Prozent zur Klum GmbH gehört. Deren Bilanzsumme hat  sich in vier Jahren bis 2012 laut „Handelsblatt“ versechsfacht – auf 4,55 Millionen Euro.

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