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00:18 09.01.2015
Von Imre Grimm
Millionen Sofafremdschämer können es kaum erwarten: Am 16. Januar startet die neunte Runde von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Es erwarten uns: offizielle Weltmeisterschaften im Schweinegrunzen, ­Extrembügeln und Beerenpflücken, dazu wichtige Gedenktage wie der „Tag der Zimmerpflanze“ (10. Januar), der „Ohne Hose in der U-Bahn“-Tag (18. Januar), der „Tag der verlorenen Socke“ (9. Mai) und natürlich der internationale „Sprich wie ein Pirat“-Tag (19. September).

Dschungelcamp

Um Ferkeljammern, Eberbrunst und allgemeine Hosenlosigkeit geht es auch vom 16. Januar an bei RTL, wenn im australischen Dschungel die neunte Runde von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ beginnt. Der 16. Januar ist übrigens – Zufall oder nicht – gleichzeitig „Internationaler Tag des Nichtstuns“, was dann zwar für Millionen Sofafremdschämer, nicht jedoch für die elf Protagonisten de Trash-Sause gilt. Es sind dabei: Ex-„Topmodel“-Kandidatin Sara Kulka (in seligem Gedenken an Larissa „Und damit Bunkt!“ Marolt), Ex-„DSDS“-Teilnehmerin Tanja Tischewitsch, Ex-„Bachelorette“-Kandidat Aurelio Savina, Ex-„Lindenstraßen“-Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum, Ex-„Bachelor“-Kandidatin Angelina Heger, Ex-Glücksradfee Maren Gilzer, Ex-„The Dome“-Moderator und „GZSZ“-Akteur Jörn Schlönvoigt, Ex-Caught-in-the-Act-Boyband-Mitglied Benjamin Boyce, Ex-„Topmodel“-Juror Rolf „Rolffö“ Scheider, Ex-„Der Preis ist heiß“-Moderator Walter Freiwald und Ex-Irgendwas Patricia Blanco, Tochter von Roberto.

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Neue Serien

Das Fernsehjahr 2015 kann ja nichts dafür, dass es mit einem ­visuellen Verkehrsunfall startet. Denn der Rest verspricht durchaus ereignisreich zu werden. Im Jahr eins nach Harald Schmidt und „Wetten, dass ...?“ starten die Sender quer durch die Bank eine mittlere Qualitätsoffensive. Bei den Serien will man endlich Anschluss an globale Erfolgsrezepte finden – etwa mit Tom Tykwers 25-Millionen-Euro-Großprojekt „Berlin Babylon“ im Auftrag von ARD und Sky, dem experimentellen ZDF-Krimi-Mehrteiler „Die Lebenden und die Toten“ mit Jürgen Vogel oder der historischen ARD-Klinikserie „Charité“, die mehr zu sein verspricht als eine „Sachsenklinik“ mit Goldkante. Im Februar zeigt das ZDF die sechsteilige Reihe „Schuld“ nach dem Bestseller von Ferdinand von Schirach mit Moritz Bleibtreu. Bastian Pastewka wird dann in der ZDF-Miniserie „Morgen hör ich auf“ als arbeitsloser Grafiker zu sehen sein, der Falschgeld druckt, um seine Familie durchzubringen. „Breaking Bad“ lässt grüßen.

Eventmovies

Diverse „Eventmovies“ beleuchten Themen wie illegale Waffenexporte („Meister des Todes“, ARD), Leben und Leiden von Hannelore Kohl (Zweiteiler „Die Frau im Schatten“, ARD), die Nachkriegszeit in Köln (Mehrteiler „Die Himmelsleiter“, ARD), das Drama um Uwe Barschel (ARD-Thriller „Der Fall Barschel“ mit einem ungewohnt ernsten Matthias Matschke – dem „Pastewka“-Bruder Hagen – in der Titelrolle) und den 70. Todestag von Anne Frank („Meine Tochter Anne Frank“, ARD-Drama).

Auch RTL versucht sich nach diversen kreativen Offenbarungseiden – etwa dem Quatschfilm „Helden – unverdrossen an historischen Stoffen. Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann droht, „auch um schwere Themen keinen Bogen machen“ zu wollen. RTL verfilmte etwa die Starfighter-Affäre („Witwenmacher“) mit Frederick Lau und zeigt im Herbst den Kalter-Krieg-Sechsteiler „Deutschland!“ mit Jonas Nay als Spion. Zunächst gibt‘s aber erst mal das Übliche: Der „Bachelor“ startet am 14. Januar.

Neues beim „Tatort

Beim „Tatort“ – der seit dem Tod von „Wetten, dass ...? die ehrenvolle Alleinaufgabe hat, den deutschen Normzuschauer montags mit Gesprächsstoff zu versorgen – treten drei neue Teams ihren Dienst an: Am 22. März ermittelt erstmals das neue RBB-Duo Nina Rubin und Robert Karow (Meret Becker und Mark Waschke). Voraussichtlich ab 17. Mai gehen dann für den HR in Frankfurt die neuen Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) ins Rennen. Und in Nürnberg legt wohl noch im ersten Halbjahr das neue BR-Team Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) los.

Der neue MDR-Sachsen-„Tatort“ mit Martin Brambach und den drei „Dresdner Engeln“ Karin Hanczewski, Alwara Höfels und Jella Haase wird erst 2016 zu sehen sein. Schon im zweiten Halbjahr 2015 dagegen gibt‘s gleich zwei neue Til-Schweiger-„Tatorte“ vom NDR (Arbeitstitel: „Schwarzer Ritter“ und „Fegefeuer“), in einem davon ist Helene Fischer dabei. Mit den beiden bisherigen Schweiger-Folgen „Willkommen in Hamburg“ und „Kopfgeld“ erzählt Regisseur Christian Alvart dann eine zusammenhängende Geschichte, die in diesem Jahr endet. Ob Schweiger danach weitermacht – offen.

Der neue Erfurter Tatort hingegen wird nach nur zwei Folgen wieder eingestellt. Das bestätigte am Dienstagabend der MDR.

Neue Shows

Man kann nicht sagen, dass „Wetten, dass ...?“ eine große Lücke im Entertainment hinterlassen hat. Denn auch jenseits des toten Dinosauriers steckten deutsche Shows schon tief in einer Krise. Das ZDF schickt ab März ernsthaft Johannes B. Kerner mit einer Samstagabendshow um Brettspiele ins Rennen („Das Spiel beginnt!“). Stefan Raab bastelt bei Pro7 angeblich an einer neuen Abendshow aus dem „TV total“-Kosmos. Und Sat.1 steckt für die Realityshow „Newtopia“ im Frühjahr 15 unschuldige Menschen in eine Art bäuerliche Notgemeinschaft mit unbeheizter Scheune und diversem Nutzvieh, darunter zwei Kühe und mehrere Hühner. So eine Art „Bauer sucht Frau“ meets „Big Brother“ also? Klingt schwer nach Schweinegrunz-WM.