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Medien & TV „XCOM: Enemy Unknown“ belebt die Rundenstrategie wieder
Nachrichten Medien & TV „XCOM: Enemy Unknown“ belebt die Rundenstrategie wieder
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12:35 26.10.2012
Von Jan Henrik Flecke
Screenshot aus "XCOM: Enemy Unknown"
Sie müssen die Erde retten: In den Rundengefechten kämpfen Soldaten gegen die Aliens. Quelle: 2K Games
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Hannover

„Ein Spiel ist eine Reihe von interessanten Entscheidungen.“ Diese Worte von Designer-Legende Sid Meier ("Pirates!", "Civilization") haben sich die Mitarbeiter seiner Spielefirma Firaxis zum Credo gemacht. In „XCOM: Enemy Unknown“, das gerade für PC, Xbox 360 und Playstation 3 erschienen ist, muss der Spieler laufend interessante Entscheidungen treffen. Das Rundenstrategiespiel, in dem Außerirdische die Erde angreifen, besteht wie der zum Klassiker avancierte Vorgänger von 1994 aus zwei Elementen. In  rundenbasierten Taktikgefechten schickt der Spieler Soldaten in den Kampf gegen die Aliens, und im Strategiepart muss eine Basis gebaut, Forschung betrieben und neue Waffen, Ausrüstung sowie Ufo-Abfangjäger gekauft werden.

Als Commander der paramilitärischen Organisation XCOM warten zahlreiche Aufträge von allen Kontinenten auf den Spieler. Es gilt Entführungen durch die Aliens zu verhindern, Ufos anzugreifen, Bomben zu entschärfen oder Personen zu retten. Und zu entscheiden: Welche Mission hat Priorität? Von welchem Land lockt die beste Belohnung? Und in welchem Land droht Panik auszubrechen, wenn nicht eingegriffen wird?

Steht das nächste Missionsziel fest, müssen die passenden Soldaten ausgewählt werden. Bis zu sechs Kämpfer dürfen in einer Mission eingesetzt werden, darunter die Klassen Sturm, Scharfschützen, Unterstützer oder besonders schwer bewaffnete Soldaten. In den Gefechten müssen die Aliens zuerst entdeckt und dann besiegt werden. Dazu darf jeder Kämpfer pro Runde zwei Aktionen durchführen, etwa in Deckung gehen, nachladen oder schießen. Außerdem verfügen die Soldaten über Spezialfähigkeiten wie Raketenangriffe oder den Einsatz von Rauchgranaten. Dabei sollte der Spieler stets vorsichtig vorgehen: Wer den Gegner flankiert, hat Vorteile; wenn Soldaten ohne Deckung sind, werden sie nicht lange überleben. Das ist besonders ärgerlich im extrem schwierigen „Ironman“-Modus – hier lassen sich vorige Spielstände nicht einfach laden, der Spieler muss mit den getroffenen Entscheidungen leben.

Auch der Strategiepart erfordert viel Denkarbeit. Soll zuerst die Basis ausgebaut werden, um mehr Satelliten in die Umlaufbahn schicken zu können, damit es mehr Geld von den entsprechenden Ländern gibt? Soll die Abfangjäger-Flotte erweitert werden, um auch große Ufos abschießen zu können? Sollen die Soldaten mit Laserwaffen ausgestattet werden oder der Fokus doch auf die Erforschung der Plasmagewehre gelegt werden?

Ähnlich wie in Action-Rollenspielen entwickelt sich dadurch eine Motivationsspirale, die den Spieler förmlich an „XCOM“ fesselt. Satelliten werden gebaut und erhöhen das Einkommen, das gleich darauf in Forschung investiert wird. Danach lassen sich neue Waffen kaufen, die sofort im Kampf ausprobiert werden wollen. Die Abfangjäger können später von Ufo-ähnlichen Kampfflugzeugen abgelöst werden, wodurch sich neue Aufträge ergeben. Und schließlich wartet eine der Storymissionen, in denen es darum geht, Alientechnologie zu erforschen, ihre Basis zu infiltrieren und schließlich im Mutterschiff den Anführer zu besiegen.

Die Entwicklung von „XCOM: Enemy Unknown“ war für Firaxis nicht ohne Risiko. Der erste Teil der Serie gilt als unerreichbar, und Rundenstrategiespiele sind mit dem Aufstieg der Echtzeitstrategie zur Rarität geworden. Doch das Risiko wurde belohnt: „XCOM“ ist ein hervorragendes Spiel geworden, das den großen Namen der Serie zu Recht trägt und sich nicht vor Vergleichen mit den Vorgängern verstecken muss.

„XCOM: Enemy Unknown“ gibt es für PC, Xbox 360 und Playstation 3. Es ist ab 16 Jahren freigegeben und kostet etwa 50 Euro.