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Medien & TV Aktion "Nippel statt Nazis" mischt Facebook auf
Nachrichten Medien & TV Aktion "Nippel statt Nazis" mischt Facebook auf
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19:00 21.08.2015
Am Donnerstag veröffentlichte die "heute show" ein neues Video von "Hassknechts Hasstag der Woche" mit Gernot Hassknecht – der Titel ist dieses Mal: "Nippel statt Nazis". Quelle: ZDF/Facebook/Screenshot
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Hannover

Zuerst spricht Gernot Hassknecht mit ruhiger Stimme. Soziale Netzwerke seien wunderbar, meint der ZDF-Mann. Aber dann wird er laut: "Warum darf eigentlich jeder Idiot bei Facebook fremdenfeindlichen Müll posten?", brüllt er in die Kamera. "Wann ist das wieder hoffähig geworden – und wieso hat das keine Konsequenzen?" Und er fragt: "Hetz-Kommentare gegen Flüchtlinge sind okay?"

Eine gute Frage, sie bewegt viele Menschen: Die "heute show" veröffentlichte Hassknechts Wut-Rede am Donnerstagnachmittag. Seitdem wurde das Video schon mehr als 700.000 Mal aufgerufen. Außerdem haben fast 14.000 Menschen den 1:31 Minuten langen Clip mit ihren Freunden geteilt.

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Die Frage ist Facebook auch schon oft gestellt worden. Das Unternehmen versucht dann immer zu beschwichtigen. Kein Nutzer dürfe gegen die Regeln des Netzwerkes verstoßen. Sonst werde sein Kommentar gelöscht. Ein Team von ausgebildeten Mitarbeitern kümmere sich darum. Aber offensichtlich sind sie zu wenige. Wie ist sonst zu erklären, dass so viele fremdenfeindlichen Kommentare auf Facebook stehen?

Andererseits: Wenn es um andere Inhalte geht, ist Facebook schneller. Die Firma sperrte lange Zeit sogar Bilder von stillenden Müttern – bis das Unternehmen entschied, dass "das Stillen etwas Natürliches und Schönes ist". Sonst sind Fotos von nackten Brüsten aber nicht erlaubt. Ein Pariser Musum musste deshalb sogar schon einmal ein Aktfoto mit einem schwarzen Balken versehen.

Ein Reporter des WDR machte vor kurzem den Test: Er meldete Facebook Hass-Kommentare und Aufrufe zu Gewalt. Nichts davon sei gelöscht wurden, berichtete er anschließend. Aber als er eine nackte Brust postete, sei das Foto sofort entfernt worden.

ZDF-Mann Hassknecht ruft deshalb zum Protest auf. "Wir brauchen weniger Fremdenfeindlichkeit und mehr Brüste." Facebook-Nutzer sollten deshalb ihren Brustwarzen fotografieren und auf ihren Seiten im sozialen Netzwerk veröffentlichen, meint er. Im Video macht es Hassknecht direkt vor: Hans-Joachim Heist, der den cholerischen Kommentator in der Sendung gibt, reißt sich das Hemd auf und macht ein Selfie.

Wer Hemmungen hat, kann auch eine Illustration der "heute show" verwenden: Sie steht auf der Seite der Sendung zum Download bereit. Übrigens: Die nächste "heute show" läuft am 11. September (22:30 Uhr).

Von Markus Werning

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