Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Medien #beBETA – Beim großen Digitalkongress in Berlin geht es um die Zukunft des Journalismus
Nachrichten Medien #beBETA – Beim großen Digitalkongress in Berlin geht es um die Zukunft des Journalismus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:35 05.06.2019
„Der Wert von Lokaljournalismus ist einfach unfassbar groß“: Madsack-Chef Thomas Düffert beim Verleger-Kongress #beBETA in Berlin. Quelle: Foto: Bettina Ausserhofer
Berlin

„Wer schaut eigentlich genau hin?“ fragt Thomas Düffert, Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Madsack Mediengruppe. „Das sind wir“, fährt Düffert fort. Journalismus werde weiter gebraucht – auch wenn Geschäftsmodelle, Prozesse und Märkte sich verändern.

#beBETA – Journalisten haben auch im digitalen Zeitalter etwas zu bieten

Das war die Botschaft Düfferts zur Eröffnung des BDZV-Digitalkongresses #beBETA am Mittwoch in Berlin. Es sei an der Zeit, Neues mutig auszuprobieren. Für Verbandspräsident Mathias Döpfner, Chef des Axel-Springer-Konzerns, ist es „die wichtigste Veranstaltung des BDZV in diesem Jahr“.

Düffert lässt an zwei Dingen keinen Zweifel. Die eine Feststellung lautet: „Wenn wir über die Finanzierung von Journalismus sprechen, nähert sich das klassische Printgeschäft dem Ende.“ Das bedeute nicht, dass es keine Zeitungen mehr geben werde – aber eben, dass sie bald nicht mehr ausreichen würden, um das Geld für gut recherchierte Inhalte einzuspielen.

Gleichzeitig streicht Düffert heraus, dass Journalisten auch im digitalen Zeitalter etwas zu bieten haben, was großen Wert hat. Er verweist auf die 300 Lokal- und Regionalzeitungen in Deutschland, die informieren und Skandale aufdecken – von maroden Autobahnneubauten bis zur Selbstbedienungsmentalität in kommunalen Gremien. Dort würden die Regionalzeitungen genau hinschauen. „Der Wert von Lokaljournalismus ist einfach unfassbar groß“, sagt Düffert.

In Berlin läuft der Kongress „BeBeta – journalism in progress“ des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) – so kann der Journalismus der Zukunft aussehen.

Der Madsack-Chef hat sieben Botschaften mitgebracht, wie der Journalismus im digitalen Zeitalter gestärkt werden könne. Dazu gehöre engere Kooperation zwischen Redaktion und Verlag sowie die Datenauswertung, um Leserwünsche besser zu erkennen und zu bedienen. Die redaktionelle Unabhängigkeit dürfe nicht angetastet werden, aber ein Journalist dürfe ruhig erfahren, wie sein Artikel angekommen sei und ob er Leser zu einem Abonnement motiviert habe.

#beBETA – Um die journalistische Qualität muss niemand fürchten

Ein weiterer Punkt auf Düfferts Liste: „Lust machen“ – Digitalisierung biete dem Journalismus große Chancen. Um die Qualität müsse niemand fürchten, denn – weiterer Punkt: Auch im Netz liege die Zukunft in Qualität und nicht zuerst in schnellen Klicks. Menschen zahlten nur für Inhalte, die es wert sind, und Digitalabos müssten das Ziel sein, um unabhängigen Journalismus zu sichern. Werbung allein werde auch künftig nicht zur Finanzierung reichen.

Düffert macht keinen Hehl daraus, dass es um eine große Transformationsanstrengung geht – und fordert sechstens: „Unterhaken!“ Und schließlich sieht er die Politik in der Pflicht, die Rahmenbedingungen gemeinsam mit den Verlagen so neu festzulegen, dass jetzt und in Zukunft erfolgreich Geschäftsmodelle für den Journalismus entwickelt werden können. Denn Plattformen wie Google und Facebook, die den weltweiten Markt der Onlinewerbung dominieren, interessierten sich nicht für Inhalte oder unabhängigen Journalismus.

#beBETA – Warum machen Zeitungen so wenig Hörangebote?

Wo die Reise hingehen kann, zeigen in Berlin mehrere spannende Gäste. Michael Krause vom Streamingdienst Spotify etwa berichtet, dass Podcasts ein wachsendes Feld neben dem Musikstreaming seien. Warum also machen Zeitungen so wenig Hörangebote? „Hören ist das neue Sehen“, sagt Krause. Es brauche weniger Technik und sei in jeder Lebenslage möglich.

Spotify hat 217 Millionen Nutzer und 100 Millionen zahlende Abonnenten. Und das, obwohl Streaming einst mit kostenlosen Plattformen wie Napster begann, die als existenzielle Bedrohung der Musikbranche galten. Die Verlage kämpfen auf ähnliche Art mit kostenloser Konkurrenz aus dem Netz – und sehen bei Krauses Vortrag, dass es Auswege gibt. „Wir brauchten ein Produkt, das besser ist als Piraterie“, sagt er.

Spotify-Chef Krause: Regionaljournalismus ist „cool und unersetzbar“

Doch sind Podcasts auch geeignet für den regionalen Journalismus? Diese Überlegung wird in der Fragerunde aufgebracht, die von Hannah Suppa, Chefredakteurin digitale Transformation und Innovation im Regionalen der Madsack-Mediengruppe, moderiert wird. Krause zeigt sich überzeugt, dass es einen Markt für regionale Podcasts gibt. Regionaler Journalismus sei „cool und unersetzbar“, sagt er. Er empfiehlt den Redaktionen mit Blick auf Podcasts: „Ich würde auf jeden Fall voll reingehen.“

Von Tobias Peterund Stefan Winter

Podcasts sind ein wachsender Markt. Ein Spotify-Manager spricht bei „beBETA“, dem Digitalkongress des BDZV, darüber, warum Hörangebote ein spannendes Feld auch für Zeitungsverlage sein können. Was kann die Zeitungsbranche von Spotify lernen?

05.06.2019

Zoff und Zunder ist auch in der vierten Staffel der RTL-Show „Das Sommerhaus der Stars“ programmiert. Nun sind alle Bewohner bekannt. Unter anderem dabei sind: Michael Wendler, Willi Herren und Menowien Fröhlich.

05.06.2019

Wie geht es weiter mit dem Journalismus im Zeitalter der Digitalisierung? Auf dem Kongress „beBETA“ in Berlin sucht die Zeitungsbranche nach Antworten. BDZV-Vizepräsident Thomas Düffert hat sieben Botschaften mitgebracht.

05.06.2019