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Panorama 158 Tote bei Flugzeugunglück in Indien
Nachrichten Panorama 158 Tote bei Flugzeugunglück in Indien
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19:37 22.05.2010
Bei einem Flugzeugunglück in Indien sind am Sonnabend 158 Menschen ums Leben gekommen.
Bei einem Flugzeugunglück in Indien sind am Sonnabend 158 Menschen ums Leben gekommen. Quelle: ap
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In stundenlangem Bergungseinsatz wurden 158 Leichen aus den Trümmern geborgen.

Einige der Überlebenden sprangen in letzter Sekunde aus dem Wrack, bevor es in Flammen aufging. Viele der Opfer wurden noch angegurtet auf ihren Sitzen gefunden, bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Es war das schwerste Flugzeugunglück in Indien seit mehr als zehn Jahren. An Bord der Boeing 737 waren 160 Passagiere - ausnahmslos Inder - und sechs Besatzungsmitglieder.

Die aus Dubai kommende Maschine durchbrach auf dem Flughafen Bajpe gegen 06.00 Uhr morgens einen Begrenzungszaun sowie die Umgrenzungsmauer. Sie habe nach einem lauten Knall Feuer gefangen, sagte ein Überlebender, Ummer Farook Mohammed, der Verbrennungen im Gesicht und an den Händen erlitt. Acht Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht.

Unter den Toten war auch der britische Pilot der Maschine. Der Mann habe mehr als 10.000 Stunden Flugerfahrung gehabt und sei bereits 26 Mal in Mangalore gelandet, sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram. Mitarbeiter der serbischen Fluggesellschaft JAT sagten, der Pilot sei ein 55-jähriger Serbe mit britischem Pass gewesen, der früher bei JAT gearbeitet habe. Außenminister S.M. Krishna erklärte, die dortige Landebahn sei als schwierig bekannt. „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich jetzt bewahrheitet“, sagte er der Nachrichtenagentur PTI.

Nach Behördenangaben herrschte zum Zeitpunkt der Landung der Boeing schlechtes Wetter. Es hatte in den vergangenen Tagen stark geregnet, was die Sicht beeinträchtigt habe. Das Ministerium für Zivilluftfahrt erklärte, aus aufgezeichneten Gesprächen im Cockpit gehe hervor, dass die Maschine vor der Landung normal funktioniert habe.

Der Flughafen Bajpe liegt auf einer von Hügeln umgebenen Hochebene, die Feuerwehr konnte das Gelände nur schwer erreichen. Boeing kündigte an, die Ermittlungen der Behörden zu unterstützen.

Schwerstes Unglück seit 1996

Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh sprach den Angehörigen der Überlebenden sein Beileid aus und sagte ihnen finanzielle Entschädigung zu. Auch Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle übermittelten Beileidsbekundungen.

Air India Express ist eine Tochterfirma der staatlichen Air India und bietet Billigflüge nach Dubai und zu Zielen am Persischen Golf an, wo Tausende Inder beschäftigt sind.

Das Flugzeugunglück war das schwerste in Indien seit November 1996. Damals wurden beim Zusammenstoß einer saudiarabischen Maschine mit einem Frachtflugzeug aus Kasachstan 349 Menschen getötet.

ap