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Panorama Abramowitsch lässt in Hamburg weltgrößte Privatjacht bauen
Nachrichten Panorama Abramowitsch lässt in Hamburg weltgrößte Privatjacht bauen
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15:48 09.04.2010
Von Dirk Kirchberg
170 Meter Selbstbewusstsein im Hamburger Hafen: Die „Eclipse“ von Oligarch Roman Abramowitsch.
170 Meter Selbstbewusstsein im Hamburger Hafen: Die „Eclipse“ von Oligarch Roman Abramowitsch. Quelle: dpa
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Hamburg. Roman Abramowitsch, russischer Oligarch und Multimilliardär mit Vorliebe für exklusive Fußballklubs, darf sich freuen. Dieser Tage soll er seine neue Jacht erhalten, die auf der Hamburger Werft Blohm + Voss gebaut wurde. Noch rechtzeitig genug, denn es heißt, der Milliardär wolle im Sommer zur Fußall-Weltmeisterschaft nach Südafrika schippern. Eigentlich sollte ihm die „Eclipse“ bereits Ende 2009 übergeben werden. Aber technische Probleme und die Nachricht, das Schiff würde schon bei Fertigstellung nicht mehr die größte Privatjacht der Welt sein, verzögerten den Abgabetermin. Denn der reiche Russe ließ seine Jacht kurzerhand um einige Meter verlängern. Nun soll Abramowitschs „Eclipse“ (Sonnenfinsternis) mit stolzen 170 Metern wieder den Bug vorn haben in der Liste der weltweit größten Privatjachten.

Wer allerdings mehr als nur die Länge des schwimmenden Palastes erfahren will – und selbst diese ist nicht offiziell bestätigt –, stößt schnell auf eine Wand des Schweigens. Bei Blohm + Voss gibt man sich hanseatisch verschlossen. Auf Fragen, wie hoch die Baukosten der „Eclipse“ nun wirklich sind, wie oft Herr Abramowitsch denn in Hamburg vorbeigeschaut hat und über welche Sonderausstattung die Megajacht verfügt, antwortet ein Unternehmenssprecher: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir aufgrund von Vertraulichkeitsvereinbarungen mit der Eigner-Seite keine Informationen zu unserem Neubau mit der Nr. 978 veröffentlichen dürfen.“

Dabei soll die „Eclipse“ eine wahre Ansammlung von Superlativen sein. So soll die Jacht mit zwei Hubschrauberlandeplätzen, zwei Schwimmbecken, mehreren Whirlpools und einer eigenen Disko ausgestattet sein. Zudem soll das Schiff über ein Raketenabwehrsystem und einen speziellen Laser verfügen, der die neugierigen Teleobjektive der Fotografen blenden und so die Privatsphäre des Milliardärs schützen sollen – soweit das bei einer 170 Meter langen Luxusjacht eben möglich ist. Allerdings ist dieser Laser wohl nicht rund um die Uhr im Einsatz, schließlich sollen Gäste des Magnaten durchaus ihre privaten Erinnerungsfotos schießen können. Dicke Fensterscheiben und schwere Stahlplatten sollen Kugeln und sogar schwerere Geschütze abhalten können. Eine kleine Privatarmee von geschätzten 40 ehemaligen Mitgliedern der französischen Fremdenlegion sollen darüber hinaus Abramowitsch sowie seine Familie vor An- und Übergriffen schützen. Sollte dennoch einmal der Fall eintreten, dass sich der russische Unternehmer sehr schnell absetzen muss, kann er auf eines der beiden eingeplanten Mini-U-Boote zurückgreifen.

Was die „Eclipse“ komplett gekostet hat – die übrigens Abramowitschs dritte Megajacht ist –, ist bislang unklar. Branchenkenner gehen allerdings von mehr als 340 Millionen Euro aus. Die oftmals auch in den Medien kolportierten 800 Millionen Euro hält Claus-Ehlert Meyer vom Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verband für ein Hirngespinst, bewertet es aber positiv, dass der Russe sein Schiff in Hamburg bauen lässt. „So haben viele Familien in Deutschland Arbeit“, sagt Meyer, denn immerhin würden etwa 25 Prozent aller Aufträge des deutschen Schiffbaus auf den Bau von Luxusjachten entfallen.

Luxusjachten wie die mit rund 170 Metern längste Jacht der Welt „Eclipse“ von Roman Abramowitsch gehören zu den teuersten Hobbys der Milliardäre. Abgesehen vom Unterhalt, den die schwimmenden Paläste verschlingen – auf der „Eclipse“ sollen 70 Mann Besatzung ihren Dienst versehen –, sind vor allem die Baukosten schwindelerregend hoch. In Branchenkreisen werden die Kosten pro Meter Schiffslänge auf zwei Millionen Euro geschätzt. Auf Platz zwei liegt mit 162 Metern Länge die „Dubai“ des Herrschers des Emirats Dubai, Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum. Sieben Meter kürzer ist die drittplatzierte „Al Said“ des Sultans von Oman, Qabus ibn Said. Der König von Saudi Arabien, Abdullah ibn Abd al-Aziz, belegt mit seiner 147 Meter langen „Prince Abdulaziz“ den vierten Platz, während sein Sohn Sultan mit der „Al Salamah“ auf Platz fünf gelandet ist. Platz sechs hat Microsoft-Mitgründer Paul Allen mit seiner Jacht „Octopus“ inne, die bei ihrer Fertigstellung im Jahr 2003 rund 236 Millionen Euro gekostet haben soll.