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Panorama Amokläufer von Winnenden kaufte angeblich mit seinem Vater Munition
Nachrichten Panorama Amokläufer von Winnenden kaufte angeblich mit seinem Vater Munition
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13:49 12.09.2009
Der 17jährige Täter Tim K. erschoss in Winnenden und auf der Flucht 15 Menschen und tötet sich anschließend selbst. Quelle: Oliver Lang/ddp
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Demzufolge hatte der Minderjährige Tim K. zunächst allein versucht, Neun-Millimeter-Patronen zu erwerben und sei in einem Geschäft abgewiesen worden. Daraufhin hätten Vater und Sohn gemeinsam 1000 Schuss erstanden.

Tim K. habe gezahlt und erklärt, die Munition sei ein Geschenk für seinen Vater, nachträglich zum 50. Geburtstag. Der Vater habe sich sehr über die Fürsorglichkeit seines Sohnes gefreut, sagte den Angaben zufolge die Mutter aus, da Tim schon seit Jahren niemandem mehr in der Familie ein Geschenk gemacht hätte.

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Aus den Akten gehe auch hervor, dass Tim K. sich in den Tagen vor dem Amoklauf intensiv mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auseinandergesetzt hat. So habe er Fotos der Anschläge gesammelt und Biografien der Attentäter studiert. Der 17-Jährige habe im Internet zudem über Amokläufer wie Ernst August Wagner recherchiert, der 1913 im Schwäbischen ein Blutbad anrichtete.

Laut „Spiegel“ geht der psychiatrische Gutachter Reinmar du Bois davon aus, dass die Ego-Shooter-Spiele, mit denen sich Tim K. beschäftigte, Einfluss auf das spätere Tatgeschehen hatten. Dem Magazin zufolge hatten die Therapeuten der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Weinsberg, bei denen Tim K. ab Frühjahr 2008 zur Behandlung war, den Eltern geraten, „das Spielen am PC beziehungsweise das Filmeschauen zu reduzieren“. Die Ärzte hätten erklärt, dass sich Tim viel mit Filmen beschäftige, die nicht für seine emotionale Reife geeignet seien und sehr viel Gewalt beinhalteten.

ddp