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Panorama Hannoveraner soll sich selbst getötet haben
Nachrichten Panorama Hannoveraner soll sich selbst getötet haben
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18:19 20.01.2014
Von Tobias Morchner
Ermittler suchen in der Nähe von Reichenau nach weiteren Leichenteilen eines hannoverschen Geschäftsmannes. Quelle: dpa
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Dresden

Der mutmaßliche Mörder des hannoverschen Geschäftsmanns Wojciech S. soll so schnell wie möglich aus der U-Haft entlassen werden. Dafür setzt sich der Rechtsanwalt des Tatverdächtigen ein. Er hat gegen die Inhaftierung seines Mandanten, der beim sächsischen Landeskriminalamt tätig war, Beschwerde eingelegt. Der Polizist hatte gestanden, sein Opfer im vergangenen November auf dessen Verlangen hin getötet, die Leiche anschließend zerstückelt und im Garten vergraben zu haben.

Die beiden Männer hatten sich im Internet in einem Kannibalenforum kennengelernt und sich schließlich zu einem Treffen in der Nähe von Dresden verabredet. Dem „Spiegel“ sagte der Rechtsanwalt des inhaftierten Beamten, bei den ersten Vernehmungen sei Druck auf seinen Mandanten ausgeübt worden. „Das, was er bei der Polizei gesagt hat, ist von A bis Z Käse“, zitiert das Nachrichtenmagazin den Verteidiger. Dem Bericht zufolge soll auf einem 55-minütigem Video, dass die Ermittler rekonstruieren konnten, zu sehen sein, dass sich der 59-jährige Hannoveraner selbst eine Schlinge um den Hals legt, während der LKA-Beamte den Raum verlässt.

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Erst nach dem der Tod des Geschäftsmannes eingetreten war, soll der Polizist den Raum wieder betreten haben. Der Rechtsanwalt des Tatverdächtigen geht deshalb davon aus, dass sein Mandant nicht mehr wegen Mordes, sondern lediglich wegen Störung der Totenruhe belangt werden könne, weil er die Leiche danach zerstückelte hatte. Deshalb müsse er unverzüglich freigelassen werden.

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Dresden wollte den Bericht mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht kommentieren. Behördensprecher Lorenz Haase bestätigte lediglich den Eingang der Haftbeschwerde. „Wir ermitteln weiter wegen des Verdachts des Mordes“, sagt er. Die Staatsanwaltschaft wird in Kürze eine Stellungnahme zu der Beschwerde des Rechtsanwalts abgeben. Dann muss das Amtsgericht prüfen, ob der Beschwerde des Rechtsanwalts zugestimmt und der Haftbefehl aufgehoben werden kann. Anderenfalls muss das Landgericht sich des Falls annehmen.

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