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Panorama Bewährungsstrafe: Mann wollte Ehefrau mit Harzer Käse vergiften
Nachrichten Panorama Bewährungsstrafe: Mann wollte Ehefrau mit Harzer Käse vergiften
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13:31 18.10.2010
Mit Harzer Käse wollte ein Mann aus Wolfenbüttel seine Ehefrau vergiften.
Mit Harzer Käse wollte ein Mann seine Ehefrau vergiften. Quelle: Frank Wilde (Archiv)
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Für den Versuch, seine Ehefrau mit einem Harzer Käse zu vergiften, ist am Montag ein 57-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Braunschweiger Landgericht verurteilte den ursprünglich wegen Mordversuchs angeklagten Mann aus Wolfenbüttel wegen Nötigung und versuchter Körperverletzung 57-Jährigen zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe.

Das Gericht sah es zwar als erwiesen an, dass der gelernte Konditor zunächst Quecksilber in den Harzer Käse seiner Frau gespritzt hatte und tags darauf mit einem geladenen Gewehr hinter ihr hergelaufen war. „Seine Handlungen konnten das Opfer in Angst und Schrecken versetzen. Daran besteht kein Zweifel“, sagte der Vorsitzende Richter Wilfried Knieriem. Die 52-Jährige seideswegen bis heute traumatisiert.

Beide Fälle könnten vordergründig als Mordversuch gewertet werden, betonte Knieriem. Dennoch sei eine Tötungsabsicht letztlich nicht nachzuweisen. Vielmehr habe der Angeklagte offenbar versucht, seine Frau durch das Gift im Käse zu einem Gespräch über die verfahrene Situation der Ehe zu bewegen. Dabei habe er allerdings gesundheitliche Schäden für das Opfer in Kauf genommen. Mit dem Gewehr habe der Mann sich vor den Augen der 52-Jährigen selbst töten wollen: „Er hatte Selbstwertprobleme und Suizidgedanken.“

Die Taten seien auch in der introvertierten, zu Depressionen neigenden Persönlichkeit des Beschuldigten begründet, erklärte der Richter. Der 57-Jährige habe seine Eheprobleme lange Zeit nicht wahrhaben haben wollen und stand zum Schluss „vor den Scherben seines Lebens“. Der Angeklagte verfolgte die Urteilsbegründung mit unbewegtem Gesicht und gesenktem Blick.

dpa