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Panorama Brände in Kalifornien fordern immer mehr Opfer
Nachrichten Panorama Brände in Kalifornien fordern immer mehr Opfer
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06:40 12.11.2018
Das verbrannte Wrack eines Autos an einer Tankstelle in Kalifornien Quelle: Noah Berger/AP/dpa
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Los Angeles/San Francisco

Der Ausnahmezustand in Kalifornien hält an, die Zahl der Opfer steigt weiter: in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise seien in ausgebrannten Häusern und Autos weitere sechs Leichen gefunden worden, teilte die Polizei am Sonntagabend (Ortszeit) mit. Damit erhöhte sich dort die Zahl der Opfer auf 29 Menschen. Im südkalifornischen Malibu waren bereits am Freitag zwei verbrannte Leichen in einem Auto entdeckt worden.

In Paradise, wo das sogenannte „Camp“-Fire seit Donnerstag mehr als 6000 Häuser zerstörte, werden weiterhin viele Menschen vermisst. Die Behörden sprachen am Sonntag von 228 Personen. Vermutlich stehen aber auch Personen auf der Vermisstenliste, die sich bereits in Sicherheit bringen konnten. Chaotische Verhältnisse mit abgesperrten Straßen und ohne Telefonnetz erschweren die Suche nach Angehörigen.

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Ein sich rasend schnell ausbreitender Waldbrand macht den Feuerwehrleuten in Nordkalifornien zu schaffen. Auch im Süden des US-Bundesstaates lodern flammen. Mehrere Menschen kamen bereits ums Leben, hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen.

Mehr als 8000 Feuerwehrleute kämpften am Wochenende weiter gegen drei große Brände im Norden und Süden Kaliforniens an. Fast 150.000 Menschen hätte ihre Häuser räumen müssen, teilte die Einsatzleitung im Bezirk Los Angeles mit.

Villa von Thomas Gottschalk zerstört

Mit der Rückkehr der heftigen Santa-Ana-Winde blieb die Lage in Südkalifornien weiter angespannt. Für den Promi-Ort Malibu und umliegende Gebiete waren Evakuierungsbefehle weiter in Kraft. Das sogenannte „Woolsey“-Feuer habe dort Dutzende Häuser vernichtet, hieß es.

Auch das Anwesen von Thomas Gottschalk (68) und seiner Frau Thea in Malibu brannte ab. Seine Villa sei zerstört, sagte Gottschalk der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag auf Anfrage. Auch Hollywood-Star Gerard Butler und „Doctor Strange“-Regisseur Scott Derrickson haben ihre Häuser verloren.

Bei anhaltender Trockenheit, Wärme und heftigen Winden sei eine baldige Entspannung der Lage nicht in Sicht, warnte die Feuerwehr am Sonntag. Es gab aber auch einen Lichtblick. Dank eines massiven Löscheinsatzes konnte einer der drei Großbrände – das sogenannte „Hill“-Feuer – zu 70 Prozent eingedämmt werden.

Kalifornien streitet mit Donald Trump

Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown zeichnete am Sonntag ein düsteres Bild für den dürregeplagten Westküstenstaat. Brown vertritt die Position zahlreicher Forscher, die den Klimawandel mit steigenden Temperaturen für schlimmere Dürren, heftigere Waldbrände und andere Wetterextreme verantwortlich machen. „Dies ist nicht die neue Normalität, es ist die neue Abnormalität“, sagte Brown.

Brown hat in Washington rasche Bundeshilfe für die Opfer der Feuerkatastrophe angefordert. US-Präsident Donald Trump und der liberale Westküstenstaat sind oft auf Kollisionskurs. So hatte Trump mit Blick auf die jüngsten Brände den Behörden Missmanagement vorgeworfen und mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht. „Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement“, schrieb Trump auf Twitter. Brown wies diese Darstellung vehement zurück.

Von RND/dpa