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Panorama Die Fackelträgerin aus Niedersachsen
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19:42 23.05.2012
Von Heike Manssen
Foto: Gisela Stomberg freut sich auf ihren großen Einsatz als Fackelträgerin und hofft auf ein Treffen mit ihrem Idol David Beckham.
Gisela Stomberg freut sich auf ihren großen Einsatz als Fackelträgerin und hofft auf ein Treffen mit ihrem Idol David Beckham.
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Leer

Vielleicht trifft sie ja David Beckham. Immerhin läuft Gisela Stomberg demnächst auf seiner Joggingstrecke - mit der olympischen Fackel in der Hand. Die 57-Jährige aus Leer will dann von dem modischen Prominenten mit Fußballerfahrung wissen, warum seine Frau so dünn ist. Gisela Stomberg lacht. Ernst wird es für sie erst am 16. Juli. Dann trägt die Niedersächsin auf der 59. Etappe, die im englischen Badeort Brighton beginnt, das olympische Feuer ein Stück Richtung London - immerhin 1,6 Kilometer weit.

Insgesamt werden bis zum Beginn der Sommerspiele 8000 mehr oder weniger prominente Fackelläufer in 70 Tagen 12.000 Kilometer zurücklegen. Diana Gould aus London wird mit 90 Jahren die älteste Läuferin sein. Sie hat schon angekündigt, auf ihrem Weg neben der Fackel auch einen Spazierstock mitzunehmen.

Auf solche Hilfsmittel ist Gisela Stomberg noch lange nicht angewiesen. Nicht nur, dass sie täglich ihre zwei Hunde ausgiebig ausführt - bis zu ihrem 51. Lebensjahr hat die gelernte Einzelhandelskauffrau noch in der Damenmannschaft des VfR Heisfelde, einem Stadtteil von Leer, Fußball gespielt. Fackelträgerin in spe ist Gisela Stomberg eher aus Zufall geworden. Schuld ist Karl-Heinz. Ihr Mann hat sie bei dem Wettbewerb eines großen Sponsors der Olympischen Spiele angemeldet. Gesucht wurden Leute, die sich für den Sport und andere Menschen einsetzen. Gewinn: ein Fackellauf inklusive Reise nach London mit Übernachtung in einem schicken Hotel.

„Ich war ganz aus dem Häuschen, als die Nachricht kam“, sagt die 57-Jährige. Doch bevor sie die Freude mit anderen teilen konnte, mussten zunächst Fingerabdrücke und ein polizeiliches Führungszeugnis für den Sicherheitscheck eingereicht werden. Alles sauber, Gisela Stomberg darf mit ihrem Mann im Juli nach London fliegen.

Der Verein in Heisfelde freut sich für Gila - so wird sie dort genannt. Sie ist nämlich die gute Seele beim VfR. Ihr halbes Leben engagiert sie sich schon für den Sportklub, seit 1991 betreut sie die Fußball-Herrenabteilung. „Meine Frau ist fußballverrückt, viel verrückter als ich“, sagt Ehemann Karl-Heinz, und der ist immerhin Vereinsvorsitzender. Gisela Stomberg redet nicht nur gerne über Fußball, sie schaut sich im Fernsehen unzählige Partien an (zur Wahrung des Familienfriedens gibt es deshalb mehrere TV-Geräte im Haushalt) und verpasst nie ein VfR-Heisfelde-Spiel. Für die Fußballer tut sie fast alles: Als vor Jahren ein 18-jähriger Spieler aus dem Kongo ins Ostfriesische wechselte, wohnte er zwei Jahre bei den Stombergs.

Nun freut sie sich auf London, auch wenn sie vor dem zweiten Flug ihres Leben etwas nervös ist. Aber wer weiß - vielleicht trifft sie sogar Schauspieler Will Smith oder Fußballlegende Pele, die ebenfalls als Fackelläufer auf dieser Strecke unterwegs sein werden. Oder es begegnet ihr David Beckham. „Vielleicht bin ich dann doch eher sprachlos.“

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