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Panorama Doppelmord erschüttert Dorfmark - Verdächtiger gefasst
Nachrichten Panorama Doppelmord erschüttert Dorfmark - Verdächtiger gefasst
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19:56 12.03.2010
Der Renault des Tatverdächtigen wird aus dem Waldstück abgeschleppt. Vorher hatte der Mann sich selbst lebensgefährlich verletzt.
Der Renault des Tatverdächtigen wird aus dem Waldstück abgeschleppt. Vorher hatte der Mann sich selbst lebensgefährlich verletzt. Quelle: Schulz
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Eine 36-jährige Frau und ihr fünf Jahre jüngerer Freund sind am frühen Freitagmorgen vor ihrem Wohnhaus in Dorfmark im Kreis Soltau-Fallingbostel erstochen worden. Die Nachbarn in dem 3500-Einwohner-Ort, der direkt an der Autobahn 7 liegt, reagierten entsetzt auf die Bluttat. Der tödliche Messerangriff ereignete sich um kurz vor 6 Uhr morgens. Vermutlich wollten sich das Paar zu diesem Zeitpunkt auf den Weg zur Arbeit machen.

Offenbar hatte der Mörder den beiden aufgelauert, denn wenig später lagen die 36-jährige Frau und ihr 31-jähriger Lebenspartner stark blutend vor der Haustür. Anwohner waren durch den Lärm und Schreie aufgeschreckt worden. Eine Augenzeugin sah noch, wie ein Mann vom Grundstück rannte. Als die Nachbarn dort eintrafen, fanden sie die Frau und den Mann schwerverletzte vor. Sie alarmierten sofort Polizei und Rettungskräfte. Doch für das Paar kam jede Hilfe zu spät. Beide Opfer erlagen noch am Tatort ihren schweren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft in Verden gab die Obduktion der Leichen in Auftrag und äußerte sich gestern aus ermittlungstaktischen Gründen nicht zur Todesursache. Augenzeugen berichteten jedoch, dass das Paar erstochen worden ist.

Die Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel nahm sofort mit 40 Beamten die Ermittlungen auf. Dabei zeigte sich sehr schnell, dass der erste Verdacht nicht zutreffend war: Der Ehemann der getöteten Frau, der von ihr getrennt lebt, hat mit der Tat nichts zu tun.

Einige Stunden später brachte ein Anruf die Ermittlungen voran. Über den Notruf meldete sich ein 37-Jähriger aus Dorfmark bei der Polizei. Er kündigte, sich selbst töten zu wollen. Im Telefongespräch machte er Angaben, die im direkten Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt standen und offenkundig nur dem Täter bekannt sein konnten.

Die Polizeibeamten gelingt es, den Aufenthaltsort des Anrufers über die Ortung seines Handys zu ermitteln. Sein Wagen, ein hellblauer Renault, stand in einem kleinen Waldstück zwischen der alten Walsroder Straße und der Bundesstraße 209 bei Bad Fallingbostel. Als die Polizeibeamten dort eintrafen, entdeckten sie den Mann in seinem Fahrzeug. Er hat sich selbst vermutlich mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen zugefügt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft befindet er sich in einem Krankenhaus und ist nicht vernehmungsfähig. Sein Gesundheitszustand wird als sehr kritisch bezeichnet. „Es ist noch nicht abzusehen, ob er durch die behandelnden Ärzte gerettet werden kann“, sagt Staatsanwalt Lutz Gaebel.

Über die Motive des mutmaßlichen Täters liegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch keine näheren Erkenntnisse vor. Der Tatverdächtige stamme „aus dem näheren Umfeld der getöteten Frau“. Die Fahnder vermuten ein Beziehungsdrama. Möglicherweise hatte der Täter eine Affäre mit der 36-Jährigen und war eifersüchtig auf den neuen Freund. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte diese Spekulationen nicht kommentieren.

Eckard Schulz

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