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Panorama Erdbeben im Hindukusch fordert viele Opfer
Nachrichten Panorama Erdbeben im Hindukusch fordert viele Opfer
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Verletzte Pakistaner nach dem Erdbeben in einem Krankenhaus der Stadt Peshawar. Quelle: afp/Majeed
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Islamabad

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,5 hat die Hindukusch-Region getroffen und mehr als 200 Menschen getötet. Allein in Pakistan kamen nach Angaben der Behörden am Montag mehr als 150 Menschen ums Leben, es gab Hunderte Verletzte. In Afghanistan stieg die Zahl der Toten nach Angaben der Behörden auf mindestens 69.

Viele Menschen wurden von herabfallenden Trümmerteilen getroffen. Das Beben habe länger als eine Minute gedauert und schwere Schäden angerichtet, sagte ein Augenzeuge. Die betroffene Region ist das Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan.

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Ein Augenzeuge im pakistanischen Abbottabad berichtete der Zeitung "Dawn", in seiner Region seien mehrere Erdrutsche ausgelöst worden. Es gebe im Swat-Tal viele Schäden, schrieb die pakistanisch-kanadische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid-Chinoy auf Twitter. In Peschawar im Nordwesten des Landes stürzte mindestens ein Haus ein. In der Hauptstadt Islamabad fiel durch das Beben das Fernsehen aus, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Das Potsdamer Geoforschungszentrum registrierte eine Stärke von 7,5, ebenso die US-Erdbebenwarte. Das Zentrum des Bebens lag rund 70 Kilometer südlich der afghanischen Stadt Faisabad, wo die Bundeswehr bis 2012 ein Außenlager unterhielt.

"Was es günstiger macht ist, dass das Beben sehr tief ist, also 205 Kilometer", sagte Professor Frederik Tilmann vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ). Das Ausmaß der Schäden sei voraussichtlich sehr viel geringer als es 2005 in Kaschmir, "wo wir Zehntausende Tote hatten bei einer ähnlichen Amplitude".

Schülerinnen sterben bei Massenpanik

In einer Schule in der nordafghanischen Provinz Takhar löste das Beben eine Massenpanik aus, bei der mindestens zwölf Schülerinnen starben. Die Mädchen hätten panisch versucht, ihre Schule zu verlassen, sagte der Chef des Provinzkrankenhauses, Hafisullah Sapai. Dabei seien 39 weitere Schüler verletzt worden. Mindestens sechs Menschen starben in der ostafghanischen Provinz Nangarhar, wie die Polizei mitteilte.

Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise unterschiedliche Auswirkungen haben. Meist gilt: Stärke 6: mäßiges Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen. Stärke 7: starkes Beben, oft mit katastrophalen Folgen.

dpa