Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Ehemalige Heimkinder lehnen Mixas Gesprächsangebot ab
Nachrichten Panorama Ehemalige Heimkinder lehnen Mixas Gesprächsangebot ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:49 02.04.2010
Der Augsburger Bischof Walter Mixa
Der Augsburger Bischof Walter Mixa Quelle: dpa
Anzeige

Der Augsburger Bischof Walter Mixa stößt mit seinem Gesprächsangebot an ehemalige Heimkinder, die ihm körperliche Gewalt vorgeworfen haben, auf Ablehnung. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstagabend in ihrer Onlineausgabe berichtete, reagierten zwei der sechs mutmaßlichen Opfer empört auf die Stellungnahme des Bischofs zu den Vorwürfen. Mixas Äußerungen seien „verlogen und unverfroren“, sagte eine der beiden Frauen. Die andere zeigte sich „geschockt“ und sagte, der Bischof „belügt sich selbst“. Für beide sei das Gesprächsangebot nicht annehmbar, hieß es.

Der „Süddeutsche Zeitung“ liegen nach eigenen Angaben eidesstattliche Versicherungen von sechs früheren Heimkindern vor, die Mixa bezichtigten, er habe sie in den 70er und 80er Jahren während seiner Zeit als Pfarrer im Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Schrobenhausen geschlagen. Mixa hatte am Donnerstag alle Vorwürfe zurückgewiesen und sich „erschüttert“ über die Anschuldigungen gezeigt. Er sei gerne bereit, mit den Männern und Frauen, die in ihrer Jugendzeit im Kinderheim St. Josef gelebt hatten, “über ihre Erinnerungen, Erlebnisse und Vorwürfe“ zu sprechen.

Die katholische Kirche in Deutschland wird derzeit von einem Skandal über Misshandlungs- und Missbrauchsfälle in ihren Kinder- und Jugendeinrichtungen erschüttert, die meist über Jahrzehnte verschwiegen worden waren. Fälle von Missbrauch gab es darüber hinaus auch in nicht-kirchlichen Einrichtungen.

afp

Mehr zum Thema

Die Misshandlungs-Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Mixa weiten sich aus: Ein sechstes mutmaßliches Opfer erklärte, von ihm geschlagen worden zu sein.

01.04.2010

Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) berichtet, ist ein des Missbrauchs verdächtiger 49 Jahre alter katholischer Priester aus dem emsländischen Spelle außerstande, sich selbst anzuzeigen. Laut Anwalt bestreitet der Priester den Vorwurf der Vergewaltigung.

31.03.2010

Der Augsburger Bischof Walter Mixa gibt der sexuellen Revolution eine Mitschuld an den Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche. Mixa gestand jedoch ein, dass die Kirche möglicherweise zu blauäugig mit Tätern umgegangen sei.

16.02.2010