Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Ein Disney-Universum auf dem Meer
Nachrichten Panorama Ein Disney-Universum auf dem Meer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:26 13.11.2010
Das Kreuzfahrtschiff „Disney Dream“ nimmt Kurs auf hohe See.
Das Kreuzfahrtschiff „Disney Dream“ nimmt Kurs auf hohe See. Quelle: dpa
Anzeige

Willkommen in der Welt von Disney: Schon beim Einchecken auf dem neuen Kreuzfahrtriesen „Disney Dream“ begrüßt Maskottchen Donald Duck als Admiral die Gäste. Kinder werden bei Wasserspielen auf Deck von dem kleinen Fisch Nemo begleitet oder beim Essen von der Filmschildkröte Crush gefragt, wie ihr Tag war. Auch die Restaurants sind inspiriert von Disney-Filmen wie „Cinderella“ oder „Dornröschen“. Das größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff hat am Wochenende seine erste Reise von der Papenburger Meyer Werft zur Nordsee absolviert.

„Disney ist ein Unterhaltungskonzern“, sagt Tom Wolber, der bei der Reederei Disney Cruise Line für das Management der Schiffe zuständig ist. Familien soll an Bord der perfekte Urlaub geboten werden. Kinder und Jugendliche haben fast ein komplettes Deck für sich, auf dem sie sich mit interaktiven Video- und Computerspielen vergnügen können - natürlich immer begleitet von Disney-Figuren aus Filmen wie „Findet Nemo“ oder „Toy Story“.

Eltern können ihre Kinder in die Obhut von Betreuern geben, derweil sie in einem Wellnessbereich mit Whirlpool und Massagen die Seele baumeln lassen und dabei aus riesigen Fenstern die Aussicht zum Beispiel auf den Golf von Mexiko oder die Bahamas genießen. Alles ist durchorganisiert. Die 1400 Mann starke Crew soll dafür sorgen, dass der einzelne Gast nach Möglichkeit nicht merkt, dass er einer unter 4000 Kunden an Bord ist.

Beispielsweise die drei Hauptrestaurants: Sie sind ausgelegt, jeweils 700 Menschen zu versorgen. Aber dank abgetrennter Sitzecken soll niemand in der Menge untergehen. „Die einzelnen Gruppen sollen das Gefühl haben, für sich sein zu können“, sagt Frank de Heer, der das Schiff konzipiert hat. Damit das funktioniert, werden die Gäste nach einem von der Crew festgelegten Plan abwechselnd jeden Abend in einem anderen Restaurant verpflegt.

Noch ist das Schiff allerdings nicht fertig. In den Treppenhäusern liegen noch die Versorgungsleitungen und Belüftungskanäle unverkleidet frei, zahlreiche Teppiche müssen noch verlegt werden. Zum Teil sind noch nicht einmal die Möbel für viele Kabinen an Bord. Ein großer Teil der Ausrüstung komme erst im niederländischen Eemshaven an Bord, erklärt de Heer. „Für die Überführung über die Ems muss das Schiff möglichst leicht sein“, sagt er. Allzu viel Tiefgang darf der Luxusliner für seine erste Reise von der Werft im emsländischen Papenburg an die Nordsee nämlich nicht haben. Bei acht Metern Tiefgang sind nur 40 bis 50 Zentimeter Wasser unterm Kiel.

Bis zum 9. Dezember - dem Tag der Übergabe - hat die Werft Zeit, das Schiff zu vollenden. Ein Team von rund 1500 Mann wird auf den 16 Decks werkeln. Dazu kommen noch Test- und Einstellungsfahrten auf der Nordsee. Auch noch ein Kontrollbesuch in der Hamburger Werft Blohm & Voss kommt dazu, erläutert Werftsprecher Günther Kolbe. Auch der künftige Disney-Kapitän Forberg ist schon an Bord. Den Umgang mit dem neuen Schiff hat er schon im Simulator geübt. Seit Februar war der Norweger auf der Werft und hat den Bau der „Disney Dream“ verfolgt. „Das war wichtig, um es kennenzulernen“, sagt er.

Am 19. Januar wird das Schiff getauft, und am 26. Januar startet die Jungfernfahrt: Vom künftigen Heimathafen Port Canaveral in Florida geht es auf eine Bahamas-Kreuzfahrt.

dpa

13.11.2010
Wiebke Ramm 16.11.2010