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Panorama Epstein-Opfer beschuldigt erneut Prinz Andrew des Missbrauchs
Nachrichten Panorama Epstein-Opfer beschuldigt erneut Prinz Andrew des Missbrauchs
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12:09 28.08.2019
Prinz Andrew erneut des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
New York

Mehrere mutmaßliche Opfer des wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten US-Hedgefonds-Managers Jeffrey Epstein haben ihrem Zorn über dessen Selbstmord Luft gemacht. Sie sei "sehr wütend und traurig", dass sich Epstein dem Prozess entzogen habe, sagte eine Frau bei einer Gerichtsanhörung am Dienstag, die nach eigenen Angaben mit 14 von dem Millionär vergewaltigt wurde. Epstein sei ein Feigling. Insgesamt sagten mehr als ein Dutzend Frauen aus und riefen andere Missbrauchsopfer auf, nicht zu schweigen. Bei dem Termin wurde auch Prinz Andrew erneut des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.

Am Rande der gerichtlichen Anhörung in New York sagte Virginia Giuffre gegenüber der BBC, dass Epstein sie als Sexsklavin missbraucht und als Minderjährige zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen habe. Der Herzog von York "weiß genau, was er getan hat, und ich hoffe, er äußert sich dazu", sagte sie. Obwohl britische Medien, wie die "Daily Mail" ein Foto von Prinz Andrew mit der 17-Jährigen Giuffre veröffentlicht hatte, bestritt der Royal in der Vergangenheit mehrfach Vorwürfe im Zusammenhang mit Epstein.

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Opfer fordert Prinz Andrew auf, sich zu äußern

Opferanwalt Brad Edwards betonte bei der anschließenden Pressekonferenz, dass er Prinz Andrew mehrfach persönlich eingeladen habe, sich zu äußern. "Wir stehen jederzeit bereit - und wir haben eine Menge Fragen an ihn."

Epstein sollte wegen mutmaßlichen Missbrauchs Dutzender Minderjähriger vor Gericht gestellt werden. Er plädierte auf nicht schuldig, musste aber im Gefängnis bleiben. Nach seiner Selbsttötung war der Gerichtstermin am Dienstag nur für das offizielle Ende des Prozesses vorgesehen, weil gegen Tote nicht verhandelt wird. Doch Bundesrichter Richard Berman entschied, mutmaßliche Opfer Epsteins sollten zu Wort kommen, weil sie über "einschlägige Erfahrungen" berichten könnten.

Missbrauchsopfer weinten vor Gericht

Das taten sie dann auch, die meisten gefasst, einige weinten. Eine von ihnen berichtete, Epstein habe sie vergewaltigt, als sie 15 war. "Er hat mich meiner Träume beraubt, der Chance, die Karriere zu verfolgen, die ich liebte", sagte sie. Es setze ihr zu, dass sie Epstein nicht noch einmal im Gericht gegenübertreten könne. "Sie haben zugelassen, dass dieser Mann sich getötet hat und auch die Chance auf Gerechtigkeit für so viele andere", kritisierte sie.

Eine weitere Frau berichtete, sie habe auf dem Anwesen des heutigen US-Präsidenten Donald Trump in Mar-a-Lago gearbeitet und sei mit 15 ausgewählt worden, Sex mit Epstein zu haben. "Meine Träume sind mir gestohlen worden", sagte sie.

Epsteins Anwalt glaubt nicht an Selbsttötung

Eine der Frauen rief die Staatsanwaltschaft auf, andere wegen vergleichbarer Straftaten vor Gericht zu bringen. "Bringt zu Ende, was ihr angefangen habt", forderte sie. "Wir sind Überlebende und das Streben nach Gerechtigkeit sollte nicht nachlassen."

Berman sagte, der Suizid des Angeklagten habe dem Fall eine "verblüffende Wende" gegeben. Ein Anwalt Epsteins stellte das Obduktionsergebnis zum Tod seines Mandanten in Frage. Ein Experte der Verteidigung sei zu dem Schluss gekommen, dass die Verletzungen Epsteins eher auf Totschlag als auf Selbsttötung hinwiesen. "Finden Sie heraus, was mit unserem Mandanten passiert ist" forderte Anwalt Martin Weinberg. "Wir sind ziemlich wütend."

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RND/AP/mat

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