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Panorama Ex-Versicherungsmakler betrügt mit Super-Rendite
Nachrichten Panorama Ex-Versicherungsmakler betrügt mit Super-Rendite
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14:07 23.08.2010
Fall vor dem Göttinger Landgericht.
Fall vor dem Göttinger Landgericht. Quelle: dpa (Archiv)
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Weil er Nachbarn mit Rendite-Versprechen von bis zu 50 Prozent um rund 2,5 Millionen Euro gebracht haben soll, steht seit Montag ein früherer Versicherungsmakler in Göttingen vor Gericht. Statt das Geld - wie versprochen - risikolos anzulegen, soll es der 68-Jährige zur Hälfte verspekuliert und den Rest für sich und seine Familie ausgegeben haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Rentner gewerbsmäßigen Betrug und Untreue in insgesamt 24 Fällen vor.

Laut Anklage hat der Ex-Versicherungsmakler in den Jahren 2001 bis 2009 wohlhabenden Nachbarn aus dem Göttinger Vorort Herberhausen vermeintlich erstklassige Geldanlagen empfohlen. Dabei versprach er mit „ausgewählten Börsenplatzierungen“ zumeist 15 bis 20 Prozent, in einigen Fällen sogar bis zu 50 Prozent Rendite pro Jahr zu erzielen. Weil er zudem zusicherte, dass es kein Risiko gebe, vertrauten ihm die Nachbarn, darunter auch Geschäftsleute und Akademiker, fünf- bis sechsstellige Beträge an. Allein eine ältere Dame überließ ihm knapp eine Million Euro.

Um seine „Kunden“, die ihn teilweise schon seit Jahrzehnten kannten, in Sicherheit zu wiegen, gab der Rentner laut Anklage zumeist Zwischenbescheide über die angeblich positive Entwicklung der Geldanlagen. Außerdem zahlte er immer wieder geringere Geldsummen als vermeintliche Anlage-Erträge aus. Auf diese Weise brachte er einen Teil der Nachbarn dazu, ihm nicht nur einmal, sondern wiederholt größere Summen anzuvertrauen.

Einen Teil des Geldes verwendete der 68-Jährige der Staatsanwaltschaft zufolge tatsächlich für Börsengeschäfte, allerdings ohne Erfolg. Rund 1,2 Millionen Euro habe der Mann verspekuliert. Den Rest der anvertrauten Gelder soll er für sich und seine Familie verwendet haben, unter anderem zum Kauf einer Immobilie auf Sylt.

Am Montag äußerte sich der Angeklagte noch nicht zu den Vorwürfen, weil der Vorsitzende Richter den Prozess nach der Verlesung der Anlage auf Mittwoch vertagte.

dpa