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Panorama Falsches Testergebnis bei infizierter Arzthelferin in Braunschweig
Nachrichten Panorama Falsches Testergebnis bei infizierter Arzthelferin in Braunschweig
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15:51 06.08.2009
Wegen eines fehlerhaften Schnelltests hat eine mit Schweinegrippe infizierte Arzthelferin weiterhin Patienten betreut.
Wegen eines fehlerhaften Schnelltests hat eine mit Schweinegrippe infizierte Arzthelferin weiterhin Patienten betreut. Quelle: Jens-Ulrich Koch/ddp (Symbolbild)
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Bisher gebe es aber keine Anzeichen für eine Übertragung. Die Frau war nach einem Urlaub auf Ibiza mit Beschwerden zur Hausärztin gegangen. Ein Schnelltest sei negativ ausgefallen, deshalb habe die Ärztin die Frau nicht krankgeschrieben. Erst der Labortest brachte die eindeutige Schweinegrippe-Diagnose.

„Es war fahrlässig, sich bei dieser Patientin mit deutlichen Grippe-Symptomen nur auf den Schnelltest zu verlassen und sie wieder zur Arbeit zu schicken, ohne das Laborergebnis abzuwarten“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums, Thomas Spieker, am Donnerstag in Hannover. Am vergangenen Samstagnachmittag sei die Probe der Frau im Landesgesundheitsamt angekommen. Da am Sonntag nur absolut dringliche Proben untersucht werden, sei das Ergebnis der 25-Jährigen am Montagmorgen per Fax an das Gesundheitsamt Wolfenbüttel geschickt worden.

Experten schätzten die Schnelltests als äußerst unzuverlässig ein. Die angezeigten Ergebnisse - ob positiv oder negativ - seien in vielen Fällen falsch. „Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Schnelltests zeigen zu mehr als 50 Prozent ein falsch negatives Ergebnis an“, sagte am Donnerstag der Leiter der Virologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Prof. Thomas F. Schulz. Zudem seien knapp 50 Prozent der positiv angezeigten Ergebnisse falsch. Aus diesem Grund benutze die MHH zur Zeit die Schnelltests in der Routinediagnostik bei der Schweinegrippe nicht, betonte der Virologe. Sicherheit gebe lediglich ein zusätzlicher Labortest, die sogenannte Molekulargenetische Analyse PCR. Diese ist in Niedersachsen Pflicht, wenn der Schnelltest positiv ausgefallen ist.

Ob die Klinikmitarbeiterin Menschen in ihrem näheren Arbeitsumfeld mit dem Virus angesteckt hat, wird nach Angaben der Klinik nun mit Abstrichen getestet. „Die Mitarbeiterin hatte mit allen Patienten und Kollegen nur wenig direkten Kontakt. Als Arzthelferin gehören vor allem Schreibarbeiten zu ihren Aufgaben“, sagte die Kliniksprecherin. In der Ambulanz, dem Arbeitsplatz der Frau, werden nun alle Mitarbeiter mit Mund- und Nasenschutz ausgestattet. Für einen möglichen weiteren Schweinegrippefall stehen nach Angaben der Sprecherin ausreichende Mengen des Grippemittels Tamiflu bereit.

Zur möglichen Haftung der Hausärztin, falls die Arzthelferin Patienten der Klinik angesteckt haben sollte, wollte die Ärztekammer Niedersachsens am Donnerstag keine Stellung nehmen.

lni