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Panorama Nach dem "Duck Face" kommt das Fischgesicht
Nachrichten Panorama Nach dem "Duck Face" kommt das Fischgesicht
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08:15 12.10.2015
Von Sophie Hilgenstock
Taylor Swift (v.l.), Keira Knightley und Scarlett Johansson beherrschen das "Fish Gape" nahezu perfekt. Quelle: dpa/Montage
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Kim Kardashian braucht keine zwei Sekunden, um ihr „Fish Gape“, wie es im internationalen Rote-Teppich-Sprech heißt, aufzusetzen. Eine Kamera, nicht selten die des eigenen Handys, genügt, schon bringt sich der 34-jährige Reality-TV-Star mit dem alles entscheidenden Gesichtsausdruck in Stellung. Kamera an, Goldfischglotzen her.

Kim Kardashian ist nicht die Erfinderin des neuen Selfie- und Blitzlichtgewitter-Blicks, hat dank ihrer 48,6 Millionen Instagram-Follower aber maßgeblich zu dessen Verbreitung beigetragen. Woher der Trend kommt, bleibt unklar. Der karibische Igelfisch, ein nicht gerade mit großer Attraktivität ausgestatteter Meeresbewohner, gilt manchem als Urheber. Sicher ist nur, dass man sie besser draufhat, diese Halb-geöffneter-Mund-Pose à la Nemo und Co., wenn man als Star nicht um seine Likes und Shootings fürchten will.

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Ob Sängerin, Model, Schauspielerin oder selbst ernanntes It-Girl, wer das „Fish Gape“ nicht in sein Red-Carpet-Repertoire aufnimmt, könnte es bereuen. Rihanna macht es, Gigi Hadid kann es, Angelina Jolie natürlich auch, selbst Justin Bieber. Lady Gaga, Rosie Huntington-Whiteley, Jennifer Lawrence, Cara Delevingne, Scarlett Johansson. Sie alle gelten als „Top Gaper“, ihre Ablichtungsquote ist entsprechend hoch – und die schließlich zählt. 

Sexy Biest oder schmaler Geist?

Zählen tut aber vor allem das gute Aussehen, das mit der Wels-Grimasse noch gesteigert werden soll: „Fish Gape“ zaubert ein schmaleres Gesicht und vollere Lippen, glaubt der Promi, während er sich zum Üben vors Aquarium setzt. Auch etwas Verwegenes, fast schon Anrüchiges, liegt in dem Gesichtsausdruck.

Beim Betrachter hingegen stellt sich die Frage: Sexy Biest oder schmaler Geist? Nicht immer überzeugt die Pose, oft wirken Blick und Attitüde völlig sinnentleert. Das stumpfe Glotzen, der tumbe Gaffermund, die sich am „Fish Gape“ Versuchende wirkt häufig völlig weggetreten. Fehlt nur noch der Sabbertropfen.  

Heute sagt man nicht mehr "Cheese"

Mit einem herzerfrischenden Lächeln hingegen ist in der Promi-Welt nichts mehr zu gewinnen. „Smiling ist out“, schrieb vor Kurzem die Zeitschrift „Cosmopolitan“. Heute sagt man nicht mehr „Cheese“, heute sagt man „Fromage“. Ein „O“ zumindest muss vorkommen, um das perfekte Fischmaul zu formen.

„Oh“ könnte aber auch denken, wer die angestrengten Gesichtsverrenkungen beobachtet, die manch Star bei seiner „Fish Gape“-Pose an den Tag legt. Es kursieren Bilder von Ellie Goulding und Jennifer Lopez, nach denen zu urteilen sie dringend Nachhilfeunterricht am Goldfischglas benötigen. „Fishing for compliments“ zumindest geht anders.

Kommt als nächstes "Hippo Gape"?

Die Fischschnuten-Nieten haben es schwer. Auch das zoologisch nahe „Duck Face“ ist keine Alternative. Die Kombi aus Schmoll- und Kussmund hat zuletzt zwar die Selfie-Szene dominiert, nun ist man ihrer aber überdrüssig. Ebenso der Schulterblick, die gestellt überraschte Miene, das „Ussie“ (Gruppenfoto, von Englisch: „Us“) – nichts zieht mehr.

Tierisch muss die Rote-Teppich-Pose jetzt sein. Was kommt als nächstes? Vermutlich arbeiten immer müde Stars bereits an Posen wie „Hippo Gape“ und „Mole Eyes“: Gähnende Mäuler und verschlafene Augen nach Vorbild von Nilpferd und Maulwurf – das kriegt wohl jeder hin.

12.10.2015
12.10.2015