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Panorama Flugsicherung verlängert Sperrung des deutschen Luftraums bis 20 Uhr
Nachrichten Panorama Flugsicherung verlängert Sperrung des deutschen Luftraums bis 20 Uhr
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09:00 18.04.2010
Notunterkünfte am Flughafen München.
Notunterkünfte am Flughafen München. Quelle: dpa
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Die Deutsche Flugsicherung hat die Sperrung des Luftraums über Deutschland wegen der Aschewolke bis 20 Uhr verlängert. Über das weitere Vorgehen solle im Laufe des Tages entschieden werden, teilte ein Sprecherin am Sonntagmorgen mit. Die Lufthansa hatte bereits zuvor erklärt, sie streiche sämtliche Flüge bis Sonntag 20 Uhr.

Von der Schließung sind auch die Airports Hannover, Bremen und Münster/Osnabrück betroffen. „Die Terminals sind wie leer gefegt“, sagte Florian Kruse vom Flughafen Bremen. Dort fallen täglich etwa 95 Starts- und Landungen aus. Rund 8000 Passagiere sind betroffen.

Der Flugverkehr in weiten Teilen Europas wurde in den vergangenen Tagen allmählich eingestellt, weil die Asche die Triebwerke der Flugzeuge beschädigen und die Fenster blind machen kann. Auch am Sonntag wurden weitere Flugverbote bekannt gemacht oder bereits bestehende verlängert. So teilten die finnischen Behörden mit, dort seien Passagierflüge bis mindestens Montag 17.00 Uhr (MESZ) untersagt. Die bulgarischen Behörden schlossen den Luftraum am Sonntag ab 08.00 Uhr (MESZ) vollständig.

Statt der üblichen 22.000 Flüge gab es in Europa am Sonnabend nur rund 5000, wie die Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel mitteilte. Das sind weniger als ein Viertel der an Sonnabenden üblichen Flugbewegungen. Frei von Asche war noch der Luftraum über Portugal, Spanien, Süditalien, Bulgarien und südlich dieser Länder, der Luftraum über Norditalien wurde dagegen gesperrt.

Nach Nord- und Mitteleuropa schlossen auch immer mehr Länder im Osten und Südosten ihre Lufträume zumindest teilweise, etwa Slowenien, Kroatien, Serbien und Montenegro. Polen erweiterte die Flugverbote nahezu auf das gesamte Land - mit Ausnahme von Krakau, wo der tödlich verunglückte Staatspräsident Lech Kaczynski am Sonntag beigesetzt werden soll.

Von den Absagen betroffene Passagiere wurden gebeten, nicht an den Flughäfen zu erscheinen. Reisende können ihre Flüge kostenlos stornieren oder auf Flüge bis zum 31. Mai umbuchen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer wies in der „Passauer Neuen Presse“ darauf hin, dass es nach den Flugausfällen noch zu tagelangen Beeinträchtigungen kommen könnte. Der Flughafenverband ADV und der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften baten zur schnelleren Beseitigung des Chaos’ nach dem Ende der Luftraumsperrung um eine vorübergehende Aufhebung des Nachtflugverbots.

Lufthansa überführt Maschinen in niedriger Höhe

Die Lufthansa überführte am Sonnabend trotz der Sperrung des Luftraums zehn leere Langstreckenflugzeuge von München nach Frankfurt. Die Maschinen sollten am richtigen Startflughafen sei, wenn der Luftraum wieder geöffnet werde, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. In enger Absprache mit der Deutschen Flugsicherung seien sie circa 3000 Meter hoch nach Sichtflugregeln geflogen worden. In dieser Höhe bestehe keine Gefahr durch die Flugasche.

Vulkan auf Island unverändert aktiv

Der Gletschervulkan in Island ist unverändert aktiv. Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik am Sonntagmorgen mitteilte, stößt er wie seit Mitte der Woche riesige Mengen Rauch und Asche in die Atmosphäre. Der Wind in höheren Lagen treibt die Vulkanwolke weiter auf den europäischen Kontinent in südliche Richtung zu. Im Vulkangebiet selbst fallen große Mengen Asche nieder. Auch die Messungen seismischer Aktivitäten im südisländischen Gebiet um den Eyjafjalla-Gletscher ergaben keine Anzeichen für eine Beruhigung.

Flugsicherung schließt weitere Sperrungen nicht aus

Die Deutsche Flugsicherung schließt eine weitere Sperrung des deutschen Luftraums nicht aus. „Wir planen immer nur vorläufig“, sagte Sprecherin Kristina Kelek am Sonntagmittag in Langen bei Frankfurt. Am späten Nachmittag sollte auf einer weiteren Sitzung über eine mögliche Verlängerung beraten werden. In den vergangenen Tagen waren die Verbote mehrfach um jeweils sechs Stunden verlängert worden. Die Flugsicherung hält nach eigenen Angaben Personal bereit, so dass der Flugverkehr nach dem Ende der Sperrung wegen der Vulkanasche aus Island sofort wieder aufgenommen werden kann.

Hannover-Langenhagen

Frankfurt

Berliner Flughäfen

Hamburg

München

Münster/Osnabrück

Bremen

ap / afp / dpa

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