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Panorama Freund zum Suizid gedrängt – über zwei Jahre Haft
Nachrichten Panorama Freund zum Suizid gedrängt – über zwei Jahre Haft
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14:19 04.08.2017
Michelle Carter wurde am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Quelle: Pool Fairhaven Neighborhood News
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Taunton

Conrad Roy starb am 13. Juli 2014 an den Folgen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Zuvor hatte der Teenager seinen Truck auf dem Parkplatz eines Supermarkts abgestellt und mithilfe eines Generators Abgase in den Innenraum seines Wagens geleitet. Als bei dem damals 18-Jährigen Zweifel am Suizid aufkamen, drängte ihn seine Freundin Michelle Carter in ihren Textnachrichten, wieder ins Auto zu steigen. Protokolle zeigen nun die letzten SMS zwischen den beiden.

Er: „Ich weiß nicht. Ich habe Panik.“

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Sie: „Park einfach dein Auto und bleibe ruhig sitzen. Es wird vielleicht 20 Minuten dauern. Kein großes Ding.“

Er: „Ich werde es tun. Kein Überlegen mehr.“

Sie: „Genau, kein Überlegen mehr. Du musst es einfach tun.“

Sie: „Alle werden eine Weile traurig sein. Aber sie werden darüber hinweg kommen. Sie werden dich für immer im Herzen tragen.“

Er: „Aww. Danke Michelle.“

Ein US-Gericht hat die 20-Jährige Michelle Carter nun wegen fahrlässiger Tötung zu einer zweineinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach 15 Monaten könne entschieden werden, ob die verbleibende Haft zur Bewährung ausgesetzt wird, zusätzlich wurden weitere fünf Jahre Haft zur Bewährung ausgesetzt, vermeldet die Nachrichtenagentur AP.

International hatte das Verfahren großes Aufsehen erregt. Dutzende SMS-Nachrichten des einstigen Liebespaars wurden ausgewertet. Die damals 17-jährige Jugendliche bedrängte ihren depressiven Freund vehement, seine Suizid-Absichten zu vollenden.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Gefängnis gefordert. Die 20-Jährige habe nicht erkennen lassen, dass sie Verantwortung für ihre Taten übernehme. Das Gericht untersagte ihr bei der Urteilsverkündung am Donnerstag jeglichen Kontakt zur Familie ihres verstorbenen Freundes.

Die Verteidigung der jungen Frau hatte argumentiert, dass ihre Mandantin zum Tatzeitpunkt schwere gesundheitliche Probleme hatte und bei ihr eine Depression festgestellt wurde. Außerdem habe sie ihren Freund vorher von Suizidversuchen abgehalten. Anstelle einer Haftstrafe hatte die Verteidigung eine Bewährungsstrafe gefordert. Carter kann nun Berufung einlegen. Bis darüber entschieden ist, bleibt sie in Freiheit, steht aber unter Aufsicht.

Von RND/dpa

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