Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Für „Hans Dampf“ findet sich einfach kein Herrchen: Wird der Hund deshalb eingeschläfert?
Nachrichten Panorama Für „Hans Dampf“ findet sich einfach kein Herrchen: Wird der Hund deshalb eingeschläfert?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:18 20.03.2019
Im Hundezentrum Mittelfranken wird ein Dogo Argentino für 35 Euro am Tag betreut. Jetzt soll das Tier vermittelt werden – sonst droht im die Einschläferung. Quelle: picture alliance / Symbol
Anzeige
Weiden

Herrchen gesucht! Der Dogo Argentino Rüde „Hans Dampf“ sucht dringend ein neues Zuhause – sonst droht ihm möglicherweise die Einschläferung. Der dreijährige Rüde sitzt im Hundezentrum Mittelfranken und das kostet die Stadt Weiden täglich 35 Euro. Wie das Lokalportal Onetz berichtet, will die Stadt nicht länger für das Tier aufkommen. Sollte „Hans Dampf“ nicht bald vermittelt werden, drohe ihm die Giftspritze.

Der kräftige weiße Rüde kam als Welpe illegal nach Deutschland. Mit einer Dogo Argentino-Hündin lebte er bei einer Familie in Weiden, bis es zu einem Zwischenfall kam. Wie „Onetz“ berichtet, soll sich der 13-jährige Sohn der Familie in eine Auseinandersetzung der beiden Hunde eingemischt haben und wurde dabei von dem Rüden gebissen.

Anzeige

Hans Dampf“ wird im Hundezentrum Mittelfranken betreut

Hans Dampf“ kam daraufhin zu einem Bekannten der Familie. Doch auch dort konnte er nicht bleiben. Da es sich bei den Dogo Argentinos um sogenannte Listenhunde handelt, deren Haltung genehmigt werden muss, konnte „Hans Dampf“ nicht im örtlichen Tierheim untergebracht werden, weil denen eine entsprechende Genehmigung fehlt. Schließlich landete der dreijährige Rüde im Oktober 2017 im Hundezentrum Mittelfranken.

Betreiber Gerd Schuster versucht seither erfolglos, das Tier zu vermitteln. Immer wieder postet er Fotos und Videos des Tieres auf der Facebook-Seite des Hundezentrums, das neben Hundepension und Hundeschule auch Erfahrung im Umgang mit Problemhunden hat. Schuster würde „Hans Dampf“ auch behalten, wenn die Stadt ihm die Kosten für ein Jahr Unterbringung zahlt. Geld, das die Stadt für den Neubau des Tierheims selbst gut gebrauchen könnte, wie Amtstierärztin Barbara Bäumler gegenüber „Onetz“ sagte.

Vertrauen fällt dem Tier schwer

Auf ihrer Facebook-Seite schreibt das Hundezentrum, dass Hans schon als junger Hund von einer Person zur nächsten gereicht wurde. Außerdem soll der Dogo Argentino misshandelt worden sein, weshalb er „Menschen nun mal nicht vertraut, selbst nach langer Pflege gibt es Situationen, wo er kaum Vertrauen zeigt, vor allem gegenüber Frauen.“

Als letzte Option bliebe die Einschläferung von „Hans Dampf“. Doch damit wollen sich weder Schuster noch Bäumler abfinden: „Vielleicht findet sich doch noch jemand, der den Hund nehmen würde“, hofft die Tierärztin. Über eine Einschläferung müsse am Ende zudem eine Ethikkommission entscheiden. Vorerst dürfe „Hans Dampf“ jedenfalls im Hundezentrum bleiben.

Von RND/mat