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Panorama Grand-Prix-Gucken und Science-Fiction: Was lange weg war, kommt jetzt zurück
Nachrichten Panorama Grand-Prix-Gucken und Science-Fiction: Was lange weg war, kommt jetzt zurück
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09:50 03.04.2010
Lena macht wieder Lust auf den Grand Prix.
Lena macht wieder Lust auf den Grand Prix. Quelle: dpa
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Eurovision Song Contest
Ganz früher, mit Conny Froboess, Lale Andersen & Co., war der Grand Prix ein doch eher harmloses Käseigel-Vergnügen, ein zaghaftes Wiederherantasten der gerupften Deutschen an den europäischen Nationenreigen. Spätestens mit Ralph Siegel aber kehrte die deutsche Verbissenheit zurück.

Die Sache wurde Pflicht! Kampf! Krieg!, dann ein bisschen Frieden – und dann ein paar Jahre lang ziemlich egal. Mit Guildo Horn (1998) und Stefan Raab (2000) machte der Eurovision Song Contest Spaß. Und jetzt endlich, scheint er in den Augen der Deutschen erwachsen geworden zu sein. So erwachsen, wie ein paneuropäischer Kindergeburtstag eben werden kann. Der Grand Prix ist wieder ein Straßenbahnthema. Danke, Stefan Raab. Und danke, Lena.

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Science-Fiction
Die Zukunft schien in den sechziger Jahren weit, weit weg, in schönen Farben ausmalbar, der Glaube an die Segnungen des technischen Fortschritts war ungebrochen. In den USA brach erstmals das „Raumschiff Enterprise“ in Galaxien auf, die „noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat“, und begründete den „Star Trek“-Kult.

Jahrzehnte später ist „Star Trek“ in der Bedeutungslosigkeit versunken, doch das Genre „Science-Fiction“ so lebendig wie lange nicht. Regisseur James Cameron schuf mit „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ eine eigene künstliche, phantasievolle Welt im All – zum plastischen Anschauen in 3-D. Es ist der bisher finanziell erfolgreichste Film aller Zeiten.

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Vampire

In den Achtzigern hieß er Rüdiger von Schlotterstein, war elf Jahre alt und der beste Kumpel von Anton Bohnensack. „Der kleine Vampir“ war kindgerechter – also eigentlich gar kein – Grusel in Buch- und Hörspielform. Kleine Mädchen fanden den kleinen Vampir cool, aber verliebt haben sie sich nicht in ihn. Erotisch wurde es erst in den Neunzigern mit Keanu Reeves („Bram Stoker’s Dracula“), Brad Pitt und Tom Cruise („Interview mit einem Vampir“). Wirklich tot sind die Vampire also nie gewesen. Das ist schließlich ihr Schicksal. Doch so smart wie heute in „The Vampire Diaries“ oder der „Twilight“-Saga waren sie tatsächlich lange nicht.

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Zerrissene Jeans
„No Future for you and me“ („Keine Zukunft für dich und mich“) sangen einst die Sex Pistols – ihren abgerissenen Punk-Kleidungsstil nahm die „Grunge“-Bewegung mit Bands wie „Nirvana“ in den Neunzigern wieder auf. Zurzeit sind kunstvoll zerrissene Jeans Bestandteil der Kollektionen von Dolce & Gabbana und anderen großen Modehäusern. Weil’s ach so authentisch wirken soll. Aus dem Protest-Statement ist ein Modegag geworden.

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Michael Schumacher
Warum tut ein Rennsport-„Titan“ sich das an? Michael Schumacher (41!), der siebenmal Weltmeister geworden ist, entschließt sich zum Comeback als Formel-1-Pilot und kann damit seinen guten Ruf gründlich ramponieren. Doch offenbar hat den ehemaligen Kfz-Mechaniker aus Kerpen die Formel 1 nie losgelassen, braucht er den Wettstreit mit anderen Fahren als Lebenselixier. Und die Fans sowie der ganze Formel-1-Zirkus brauchen ihn wohl auch – und sei es als Maskottchen. Wie sangen schon die „Ärzte“ 1995? „Tritt nur aufs Gaspedal, und mach es noch einmal. Gib Gas, lieber Michael Schumacher.“

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Das geschriebene Wort
Die eigene Handschrift ist dem Menschen fremd, ein Brief im Briefkasten selten geworden. Sprachlosigkeit lässt sich dennoch nicht beklagen. Im Gegenteil: Es wird geschrieben, was die Tasten hergeben. Verabredungen werden per Mail, SMS und im Internet-Chat getroffen, Ansichten zur Welt über „Twitter“, „Facebook“ und „SchülerVZ“ verbreitet, registriert und kommentiert. Der Austausch mit Kollegen, Freunden und Verwandten hat sich verschriftlicht. Die Kommunikation ist nicht weniger, nur leiser geworden: Denn Tippen ist das neue Sprechen.

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Frauenquote
Frauenplena, das große „I“, quotierte RednerInnenlisten: Es war für Männer in den achtziger Jahren nicht immer einfach, mit ihren frauenbewegten Mitstreiterinnen zu debattieren. Die neue Frauenbewegung wurde nicht müde, auf Gleichberechtigung und Frauenförderung zu bestehen. Viele der damaligen Feministinnen haben längst ermüdet aufgegeben, über die Quote zu diskutieren, und reiben sich nun die Augen: Die Frauenquote ist wieder da. Und wo? Ausgerechnet bei der Telekom! Begründung: wirtschaftliche Notwendigkeit. Hätte frau darauf nicht schon mal eher kommen können?

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Frühling
Da ist er ja! Der Frühling! Lang vermisst und dringlichst ersehnt. Nun hat er sich zur Freude aller doch zur Wiederkehr entschieden. Noch gibt es diesen Moment des Erstaunens, wenn der noch müde Mensch am Morgen vor die Haustür tritt und kurz innehält in der Erkenntnis, dass irgendetwas fehlt. Es ist das Frösteln, an dass wir uns über Wochen und Monate gewöhnt hatten. Damit ist es nun vorbei. Die Winterreifen können in die Garage und die Schuhe geputzt werden. Denn bis zum nächsten hässlichen Schneerand ist es noch ganz, ganz lange hin.

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