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Panorama Grausiger Fund: Besitzer lässt seine Schafe verhungern
Nachrichten Panorama Grausiger Fund: Besitzer lässt seine Schafe verhungern
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19:41 14.02.2019
Ein Lamm steht während des Sonnenuntergangs auf einer Wiese (Symbolfoto). Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
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Hastorf

Erschreckender Fund auf einer Weide im Landkreis Rostock (Mecklenburg-Vorpommern): Drei Kamerun-Schafe sind hier womöglich unter Qualen ums Leben gekommen. Wie die Polizei bestätigt, wurde bereits Anfang Februar Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen, doch die Kadaver lagen am Mittwoch immer noch auf der Weide. Jetzt machte sich das Veterinäramt des Landkreises selbst ein Bild. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins „Streuners Arche“ Wolfgang Neumann in Hastorf erwartet Aufklärung.

Auf einer Koppel in Hastorf, auf der ein Stall steht, machte eine Spaziergängerin, die anonym bleiben möchte, Ende Januar die grausige Entdeckung. Aus winterlich verdorrtem Gras ragten die Hörner am braunen Körper eines verendeten Kamerun-Schafbockes hervor. Ihren Fund schilderte sie dem Vorsitzenden vom Hastorfer Tierschutzverein Wolfgang Neumann, der zusammen mit seiner Ehefrau Heide herrenlose und misshandelte Tiere vom Pferd bis zur Katze betreut. „Hier stimmt etwas nicht“, vermuteten die Beiden. „Ein ausgewachsener Schafbock fällt nicht einfach tot um“, sagt Wolfgang Neumann. Er sah sich das leblose Tier an und informierte zur Aufklärung noch am gleichen Tag die Polizei in Bad Doberan.

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Tiere wurden nicht mit Futter oder Wasser versorgt

Wenig später trafen zwei Polizeibeamte ein, schildert er. „Mit Einwilligung des Eigentümers wurde das Gelände gründlich inspiziert und auch der Stall wurde mit einbezogen,“ erzählt der Tierschützer. Hinter den Toren hätten in altem Stroh und zwischen grün verschimmelten Brotlaiben zwei weitere verendete Schafe gelegen.

„An diesem Ort muss sich ein grauenvoller Todeskampf der drei Tiere ereignet haben,“ sagt er. „Augenscheinlich waren die Tiere über Monate weder mit Wasser noch mit Futter versorgt worden,“ sagt Neumann und schüttelt den Kopf. Das sieht auch die Polizei so. „Es sieht so aus, als wenn die Tiere verhungert sind“, sagt Polizeisprecher Gert Frahm.

Der Eigentümer der Koppel sei nicht der Besitzer der Schafe, sagt Frahm. Er habe die Fläche verpachtet, so die Aussage des Eigentümers. Wolfgang Neumann erstattet eine Anzeige bei den Polizeibeamten wegen Tierquälerei und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und erwartet eine Aufklärung. Laut Polizei haben die Beamten am 1. Februar eine Anzeige aufgenommen und polizeiliche Auflagen erteilt, die Kadaver zu entsorgen.

Tiere zerlegen verendeten Bock

Doch am Mittwoch lagen die toten Schafe immer noch auf der Weide. Am verendeten Bock haben in der Nacht zu Mittwoch wilde Tiere Eingeweide heraus gerissen. „Hier lassen zuständige Ämter lange Handlungszeit verstreichen“, ist Tierschützer Wolfgang Neumann enttäuscht.

Am Donnerstag war laut Polizei das Veterinäramt auf dem Hof. „Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Rostock wurde am 11. Februar durch die Polizei per Brief informiert“, teilt dieses mit. „Aufgrund der langen Zeitspanne ist es fraglich, ob eine weiterführende Untersuchung der Tierkörper noch sinnvoll ist.“

Das Amt sei dabei, gemeinsam mit der Polizei, das Problem zu klären. Der Schafsbesitzer müsse sich jetzt nicht nur wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten, erläutert Frahm, sondern auch ordnungsrechtlich mit Konsequenzen rechnen, da die Kadaver nicht entfernt wurden.

Von Dietrich Grunzig/RND/OZ

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