Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Großbrand am Lingener Hafen nach Schiffsexplosion
Nachrichten Panorama Großbrand am Lingener Hafen nach Schiffsexplosion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 29.03.2011
Ein Tanker im Hafen der Erdöl-Raffinerie von BP in Lingen steht in Flammen. Quelle: dpa
Anzeige

In einem Raffineriehafen in Lingen (Kreis Emsland) ist am späten Montagabend ein Tankschiff explodiert. Beim Beladen des Schiffes mit Super-Benzin im Bereich der BP-Erdölraffinerie sei aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Lingen. Wenig später hatten sich drei Explosionen ereignet. Das ganze Oberdeck stand in Flammen.

Der 80 Meter lange und 8,20 Meter breite Tanker hatte nach Angaben von BP zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 900.000 Liter Super-Benzin geladen. Ein Mitarbeiter der Schiffsbesatzung wurde leicht verletzt, die anderen vier Besatzungsmitglieder konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe.

Anzeige

Das Schiff mit einer zulässigen Zuladung von 1100 Tonnen sank auf den Hafengrund, große Mengen Benzin liefen aus. „Immer wieder war in der Nacht das Feuer aufgeflackert“, sagte Lingens Polizeisprecher, Ewald Temmen. Erst am Dienstagmorgen hatten die rund 250 Feuerwehrmänner den Brand unter Kontrolle. „Glücklicherweise konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere bereits beladene Tankschiffe verhindert werden“, betonte Temmen.

Da Teile des Schiffes noch aus dem Wasser ragten, wurden diese immer gekühlt, damit sich das Benzin nicht noch einmal entzünden konnte. Da das Schiff gesunken war, konnte es nicht wegtreiben.

„Derzeit kann man davon ausgehen, dass die Lage unter Kontrolle ist“, sagte der erste Stadtrat von Lingen, Ralf Büring. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes und einer Spezialfirma waren am Dienstagmorgen damit beschäftigt, das Wasser-Benzin-Gemisch und den Löschschaum abzupumpen. Wann das Schiff geborgen werden kann, ist noch unklar.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat unterdessen Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet. Brandexperten untersuchen den Unglücksort. Der Schiffskapitän steht unter Schock. Er konnte nach Angaben von BP noch nicht befragt werden.

Der Schiffsverkehr auf dem Dortmund-Ems-Kanal ist seit Montagabend gesperrt. „Wie lange dies noch anhält, ist noch nicht absehbar“, sagte der Polizeisprecher. Zahlreiche Binnenschiffer warteten derzeit auf Weiterfahrt. Auch die Bundesstraße 70 in unmittelbarer Nähe der Raffinerie musste in der Nacht gesperrt werden. Anwohner waren aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. „Die Messungen der Feuerwehr haben am Dienstagmorgen aber keine gesundheitsgefährdenden Werte ergeben“, sagte der Polizeisprecher. Wie hoch die Schäden für die Umwelt sind, war noch nicht absehbar.

dpa

Dieser Artikel wurde erneut aktualisiert.