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Panorama Haftbefehl im Fall von vergewaltigter 16-Jähriger beantragt
Nachrichten Panorama Haftbefehl im Fall von vergewaltigter 16-Jähriger beantragt
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17:00 11.05.2009
In diesem Haus soll die junge Frau vergewaltigt worden sein.
In diesem Haus soll die junge Frau vergewaltigt worden sein. Quelle: Volker Hartmann/ddp
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Dem Arbeitslosen werde Vergewaltigung und Geiselnahme vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Er soll die schwangere Schülerin drei Tage lang festgehalten und mehrfach missbraucht haben.

Der Verdächtige verweigert demnach bislang die Aussage. Der 16-jährigen Schülerin war am Sonntagmorgen die Flucht aus der Wohnung ihres Peinigers gelungen. Der 28-Jährige hatte sie laut Staatsanwaltschaft am Donnerstag dorthin verschleppt, indem er sie auf ihrem Schulweg in einem Waldstück hinterrücks überfallen und mit einem Messer zum Mitkommen gezwungen hatte. In der Wohnung sei es dann zu „massiven sexuellen Übergriffen“ gekommen, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Der Mann habe das Mädchen zwischendurch immer wieder gefesselt, wenn er habe essen oder auch schlafen wollen. Die 16-Jährige musste nach eigenen Angaben auch bestimmte Kleidung für ihren Peiniger anziehen. Diese fanden Polizeibeamte später bei der Durchsuchung der Wohnung zusammen mit den Fesseln sowie der Schultasche des Mädchens.

Zur Flucht verhalf der Schülerin nach drei Tagen das für den Täter offenbar unerwartete Klingeln einer Verwandten, die diesen zu einer Konfirmation abholen wollte. Der Mann habe daher keine Zeit mehr gehabt, sein Opfer zu fesseln, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Für den Fall eines Fluchtversuchs habe er der 16-Jährigen angedroht, ihre Familie zu töten. Das Mädchen habe sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen. Nachdem sie ein Auto habe wegfahren hören, sei sie aus der Wohnung geflohen, zum nur rund 300 Meter entfernten Haus ihrer Eltern gelaufen und diesen tränenüberströmt in die Arme gefallen.

Die Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin am Sonntagmittag einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss für die von der 16-Jährigen benannte Wohnung und veranlasste die Fahndung nach dem Verdächtigen. Polizeibeamte nahmen den 28-Jährigen wenige Stunden später auf der Konfirmationsfeier im rund 30 Kilometer entfernten Hückeswagen fest.

Die in der Wohnung gefundenen Beweisstücke stützten die Darstellung des Mädchens, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde. „Wir schätzen die Aussage als glaubwürdig ein.“ Bei der medizinischen Untersuchung der 16-Jährigen seien zudem „geringfügige Verletzungen“ festgestellt worden, „die den Schluss zulassen, die sie tatsächlich gefesselt worden sein könnte“. Mit Blick auf den Vergewaltigungsvorwurf stünden Laborergebnisse noch aus. Das ungeborene Kind der 16-Jährigen, die im vierten Monat schwanger ist, habe demnach jedenfalls keinen Schaden genommen. Das Mädchen werde psychologisch betreut.

Ihren Peiniger hatte die 16-Jährige nach eigenen Angaben vor der Tat noch nie gesehen. Der Mann habe sie offenbar zufällig als Opfer ausgewählt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Nach Aussage der Schülerin habe er ihr gesagt, er habe eigentlich ein anderes Mädchen im Visier gehabt, aber dann sei sie vorbeigekommen und er habe sich spontan umentschieden.

afp