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Panorama Hollywoodstar George Clooney wird 50
Nachrichten Panorama Hollywoodstar George Clooney wird 50
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Superstar George Clooney ist 50 Jahre alt geworden. Quelle: dpa
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An Doppelgängern mangelt es diesem Mann nicht. George Clooney gilt als ultimative Schablone für einen in Würde ergrauten Charmeur, den auch struppige Bärte nicht entstellen können und Falten nur noch begehrenswerter machen. Eigentlich dürfen sich alle Männer, die mit ihm verglichen werden, geehrt fühlen, steht der Name Clooney doch für Attribute wie „gut aussehend“ oder „unwiderstehlich“. Im Falle von Antonios Nikopolidis war das Kompliment jedoch vergiftet. Es ging weniger darum, dass der Torhüter der griechischen Fußballnationalmannschaft zehn Jahre jünger ist als Clooney, sondern darum, dass die Sportmoderatoren den Vergleich bei der Europameisterschaft 2004 auch auf die fußballerischen Fähigkeiten bezogen, die beim US-Amerikaner Clooney weniger stark ausgeprägt sein dürften.

Die Tatsache, dass der Schauspieler sogar auf ein Fußballspiel im alten Europa ausstrahlt, sagt viel aus über sein Bild in der Weltöffentlichkeit. Zu diesem Image gehört, dass er zweimal den Titel des „Sexiest Man Alive“ zugesprochen bekam und es nicht auszuschließen ist, dass es ein drittes Mal passiert. Eher als Nebensache, die – wenn überhaupt – nur ihn selber stört, gilt, dass er in seinem Beruf immer noch auf den begehrten Hauptdarsteller-Oscar wartet. Im Jahr 2006 erhielt er immerhin die Auszeichnung als bester Nebendarsteller für seine Rolle in „Syriana“ (Bild oben, zweites von rechts). Heute wird er 50 Jahre alt.

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Auf George Clooney können sich drei Generationen von Frauen verständigen, wenn sie zufällig einen seiner Werbespots zusammen anschauen. Ja, sie hätten ihn reingelassen, wenn er mit einer Flasche Martini an ihre Haustür geklopft hätte. Wobei die Flasche ein völlig unnötiges Accessoire wäre. Hoffnungen auf derartige Begegnungen würden sich erst zerschlagen, wenn Clooney noch einmal heiratete – aber damit ist wohl nicht zu rechnen. „Ich war schon einmal verheiratet, ich habe es also versucht“, sagte er zu Jahresbeginn in einer Talkshow. Von 1989 bis 1993 ist Talia Balsam seine Ehefrau gewesen, und diese Erfahrung hat ihm offenbar gereicht. „Der Versuch hat einfach gezeigt, dass ich darin nicht sonderlich gut bin.“ Doch vergeben ist er trotzdem. Seit 2009 ist er mit der Italienerin Elisabetta Canalis (Bild oben rechts) liiert. Die 32-Jährige ist Schauspielerin und Model. Zuvor konnte man jahrelang den Eindruck gewinnen, Clooney lebe allein, nur sein 135 Kilogramm schweres Hängebauchschwein Max (Bild oben, links), das er einst mit Freundin Kelly Preston gekauft hatte, leistete ihm Gesellschaft. Max starb 2006 im erstaunlichen Alter von 18 Jahren.

Auch beruflich gibt es für Clooney nicht viel zu klagen. Denn schlecht getroffen hat es der Frauenschwarm mit seinem Image nicht. Weder ist er derart auf sein Äußeres festgelegt wie einst Marilyn Monroe noch muss er auf Gedeih und Verderb einen bestimmten Typen verkörpern, wie es Ben Stiller tut, wenn er Jahr für Jahr einen weiteren Tollpatsch spielt. So hat Clooney seit seinem Kinodebüt 1987 in der Horrorkomödie „Return to Horror High“, wo er als Polizist nach einem Zehn-Minuten-Auftritt ermordet wird, und der Rolle im unvergesslich schlechten Trashfilm „Die Rückkehr der Killertomaten“ (1988) viele unterschiedliche Charaktere gespielt. Ob als Soldat in „Three Kings“, als Edelganove in den „Ocean’s“-Filmen oder als Agent in „Syriana“: Meist spielt Clooney Männer mit einer starken Persönlichkeit. Doch von dieser Regel gibt es Ausnahmen. In „Solaris“ kann Clooney, der längst auch als Regisseur etabliert ist, prima halluzinieren, und in einigen jüngeren Filmen mischt er urkomischen Wahnsinn in eigentlich traurige Rollen. So geschehen in der Kriegssatire „Männer, die auf Ziegen starren“ und der Geheimdienstklamotte „Burn after Reading“. Politische Botschaften verkauft Clooney seinem Publikum eben gerne mit ein wenig Humor. Die unverblümte Wahrheit spart er sich für das echte Leben auf.

Der erklärte Kriegsgegner unterstützte Barack Obama 2008 im Wahlkampf, hielt sich beim Geldsammeln aber im Hintergrund. „Man kann in der Öffentlichkeit für einen Präsidentschaftskandidaten auch kontraproduktiv sein“, sagte er einmal. Das wisse er, seitdem sein Vater – der Fernsehmoderator Nick Clooney – wegen des berühmten Sohnes von den Wählern in seinem Heimatstaat Kentucky nicht ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. George Clooney engagiert sich seit Jahren für die Krisenregion Darfur und war schon mehrmals selbst vor Ort. Letztes Jahr traf er dafür sogar mit Präsident Obama im Weißen Haus zusammen

Der nächste Kinofilm mit Clooney kommt Anfang 2012 in die deutschen Kinos. „The Descendants“ ist eine Komödie über einen Großgrundbesitzer, der sich mit seinen Töchtern versöhnen will. Wer nicht so lange warten will, kann sich mit ein paar alten Staffeln der legendären Arztserie „Emergency Room“ behelfen. Die Serie, in der Clooney den charmanten Kinderarzt Doug Ross (Bild oben, zweites von links) spielte, machte ihn in den Neunzigern berühmt. Damals war Clooney bereits 30 Jahre alt.

Sören Hendrik Maak