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Panorama In 150 Tagen um die Welt
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09:18 21.01.2015
Foto: Bertrand Piccard will mit André Borschberg in einem Solarflugzeug die Erde umrunden.
Foto: Bertrand Piccard will mit André Borschberg in einem Solarflugzeug die Erde umrunden. Quelle: dpa
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Berlin

Nonstop fliegt das 2300 Kilogramm leichte Hightech-Wunder von Nanjing in China bis nach Hawaii, die vier kleinen Propeller beschleunigen es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern. „Niemand kann uns begleiten“, sagt der Schweizer Abenteurer, der sich derzeit in Abu Dhabi befindet. „Kein Boot ist so schnell, kein Flugzeug kann so fliegen wie wir. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist via Satellitentelefon“, sagt der 56-Jährige.

Ende Februar werden Piccard und sein Mitstreiter André Borschberg ihren Weltrekordversuch starten: Ihr Ziel ist die erste Weltumrundung mit einem Flugzeug, ohne dabei einen Tropfen Treibstoff zu verbrauchen. Angetrieben wird es allein durch die Energie der Sonne, die von 17 248 Dünnschicht-Solarzellen auf den 72 Meter breiten Flügeln der „Solar Impulse 2“ aufgefangen wird. Die erste Etappe hat die „Solar Impulse 2“ bereits zurückgelegt. Das Solarflugzeug reiste im Bauch einer Boeing 747 vom Schweizer Militärflugplatz Payerne bis an den Persischen Golf nach Abu Dhabi. Gestern wurde die Route vorgestellt. 25 Flugtage sind vorgesehen, insgesamt soll das Abenteuer 150 Tage dauern.

Von Abu Dhabi geht es ostwärts durch Asien – mit Zwischenstopps in Maskat (Oman), Ahmedabad (Indien), Mandalay (Myanmar), Chongqing und Nanjing (China). Dann beginnt der härteste Teil der Route: Fünf Tage und Nächte nonstop wird Piccard über den Pazifik nach Hawaii  fliegen, dann noch einmal vier Tage und Nächte bis nach Phoenix, Arizona im amerikanischen Westen.

Ein Höhepunkt der Reise soll die Landung auf dem New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen  sein. Dann geht es über den Atlantik bis nach Südeuropa oder Nordafrika, dann wieder zurück nach Abu Dhabi. Monatelang haben sich die Piloten vorbereitet. Geschlafen wird nicht länger als 20 Minuten am Stück, in der Zeit hält der Autopilot die „Solar Impulse 2“ auf Kurs. Gehirnjogging, Yoga und Selbsthypnose sollen die Piloten während des Fluges fit halten.

Für den Ernstfall haben sie geübt: Piccard und Borschberg haben im niedersächsischen Nordholz das Überleben auf See trainiert. „Wir waren im November dort“, berichtet Piccard, „denn wir wollten in der kalten Jahreszeit trainieren. Wir haben in der Dunkelheit im Becken und in der Nordsee geübt, im Wasser den Fallschirm abzustreifen und die Überlebensausrüstung zu benutzen.“

Unberechenbar sind andere Dinge: das Wetter und die Technik. Probleme mit dem Hightech-Flugzeug würden den Flugplan stark verändern, der wiederum stark von der Wettervorhersage abhängt. „Wir brauchen einen sonnigen Morgen zum Aufsteigen“, erklärt Borschberg, „und eine Schlechtwetterfront über dem Ozean kann unseren gesamten Plan über den Haufen werfen.“

Der Flug der „Solar Impulse 2“ soll aber kein Selbstzweck zweier Abenteurer sein, sondern eine gigantische PR-Kampagne für erneuerbare Energien. An allen Zwischenstopps sind Treffen mit Regierungsbeamten, Studenten, Schülern und Medienvertretern geplant.

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