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Panorama Inliner springt vom Eiffelturm zum Weltrekord
Nachrichten Panorama Inliner springt vom Eiffelturm zum Weltrekord
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19:57 29.05.2010
Taig Khris
Taig Khris Quelle: afp
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Mit einem waghalsigen Sprung vom Eiffelturm hat der mehrfache Halfpipe-Weltmeister Taig Khris einen Weltrekord im Inliner-Sprung aufgestellt. Der 34-jährige Extremsportler stürzte sich am Sonnabend vom ersten Stock des Stahlturmes in die Tiefe auf eine 30 Meter hohe Rampe. Dabei beschleunigte er auf 60 Stundenkilometer, bis er mit den Rollen auf der Holzrampe aufkam. Die direkt im Fernsehen übertragene Wahnsinnsfahrt endete in Schaumstoffwürfeln vor einem riesigen „Airbag“.

Obwohl schon der erste Sprung als Erfolg gewertet wurde, sprang Taig Khris kurz darauf ein zweites Mal. Er hatte nämlich gewackelt und war schlecht aufgekommen. Beim zweiten Sprung „stand“ Khris auf den Holzpanelen wie eine Eins. Zwölf Meter Flug, das war Weltrekord. „Ich wollte noch einmal springen, um alle Zweifel auszuräumen. Ich wollte der ganzen Welt beweisen, dass ich es geschafft habe“, sagte er strahlend. „Whow, whow, whow. Ich bedauere nur, dass die Zuschauer nicht fühlen können, was ich beim Sprung spüre.“

Eine große Menschenmenge jubelte und spendete dem Artisten Beifall. „Bravo. Das ist ein Mann, der seinen Traum verwirklicht“, sagte Miss France Valéry Bègue im französischen TV-Sender W9, der mit dem Ereignis seinen fünften Geburtstag feierte.

Unter den Zuschauern war auch Aleka Khris, die aus Griechenland stammende Mutter des Sportlerstars. Schon als kleines Kind habe Taig in Paris am Trocadéro bis zum Umfallen mit seinen Inlinern geübt, sagte sie stolz. Den Sprung vom Eiffelturm hatte Taig Khris zwei Jahre lang vorbereitet. Er sprang vom Zehn-Meter-Brett ins Wasser, stürzte sich am Gummiseil in die Tiefe und rollte in Schaumstoffwände. Der Sprung vom Eiffelturm ist vielleicht auch eine Zäsur. „In 15 Jahren Wettbewerben habe ich alles gewonnen“, sagte Khris. Jetzt organisiert er Events und arbeitet als Medienberater.

Anfangs hatten die Organisatoren an einen Sprung von der Kathedrale Notre-Dame über die Seine gedacht. Sie erhielten dafür aber keine Genehmigung. Umso größer war die Freude, das Pariser Wahrzeichen nutzen zu dürfen. Um beim Aufprall auf der Rampe nicht umzuknicken und zu stürzen, musste Khris mit einem Druck von 280 Kilogramm umgehen. „Stück für Stück verwandele ich den Druck in Gleichgewicht“, sagte Khris vor dem Sprung. „Das ist ein absolut wahnsinniges Gefühl.“

dpa