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Panorama Japanische Atombehörde warnt vor radioaktivem Regen
Nachrichten Panorama Japanische Atombehörde warnt vor radioaktivem Regen
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13:41 25.03.2011
Quelle: dpa
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20.40 Uhr: Reaktor 2 soll am Sonntag mit Strom versorgt werden

Im japanischen Krisen-Atomkraftwerk Fukushima Eins soll am Sonntag einer der schwer beschädigten Reaktoren wieder mit Strom versorgt werden. Kraftwerksbetreiber Tepco will zunächst versuchen, Reaktor 2 wieder an die Stromversorgung anzuschließen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag berichtete. Zuvor hatten Techniker Stromkabel zu den Meilern 1 und 2 gelegt. Mit dem Strom soll das Kühlsystem des Reaktors wieder in Gang gesetzt werden, das normalerweise eine Überhitzung der Kernbrennstäbe verhindert. Ob die Pumpen und Leitungen nach den gewaltigen Explosionen an mehreren Stellen im AKW noch funktionieren, ist allerdings völlig unklar.

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18.09 Uhr: Japanische Atombehörde warnt vor radioaktivem Regen

Angesichts erwarteter Regenfälle mit einer möglichen Belastung durch radioaktive Partikel hat die japanische Atomenergiekommission die Bevölkerung der Krisenregion aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Im Nordosten des Landes werden für Sonntag und Montag Niederschläge erwartet. Nach Angaben der Behörde besteht keine Gesundheitsgefahr, selbst wenn Menschen dem Regen ausgesetzt seien. Dennoch wurde die Bevölkerung aufgerufen, nur in Notfällen bei Regen das Haus zu verlassen und Haare und Haut zu bedecken.

17.22 Uhr: Sechs Fukushima-Helfer bekommen hohe Strahlenbelastung ab
Bei den verzweifelten Rettungsarbeiten am schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben sechs Arbeiter zu viel radioaktive Strahlung abbekommen. Bei den Männern wurden mehr als 250 Millisievert gemessen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonnabend mit Verweis auf den Kraftwerksbetreiber Tepco mitteilte. Welche Aufgaben die Arbeiter hatten, teilte Tepco nicht mit.

13.39 Uhr: Japanische Regierung stoppt Verkauf von Lebensmitteln aus Fukushima

Das japanische Gesundheitsministerium hat einen Verkaufsstopp von Lebensmitteln aus der Präfektur Fukushima angeordnet. Dies teilte die internationale Atomenergiebehörde IAEA am Samstag mit. Zuvor war bei Milch und Spinat aus der Nähe des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima erhöhte Strahlenwerte gemessen wurden. Die Werte für radioaktives Jod überschritten laut japanischer Regierung die zulässigen Höchstgrenzen. Auch in der südlicheren Präfektur Ibaraki sei belasteter Spinat entdeckt worden.

11.11 Uhr: Neues Nachbeben in der Nähe von Fukushima

Ein erneutes Nachbeben hat am Samstagabend (Ortszeit) die Erdbebenregion im Nordosten Japans erschüttert. Wie der Amerikanische Erdbebendienst USGS meldete, hatte das Beben eine Stärke von 5,9. Japanische Medien meldeten eine Stärke von 6,1. Das Epizentrum im Meer nahe der Ostküste Japans lag etwa 142 Kilometer nordöstlich von Tokio und 98 Kilometer südlich der Päfektur Fukushima. Über weitere Schäden gab es zunächst keine Meldungen.

9.45 Uhr: Öffnungen im Dach der Reaktoren 5 und 6 gegen Explosionen

Öffnungen im Dach der Reaktoren 5 und 6 sollen weiteren Explosionen im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins vorbeugen. Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Behörde IAEA in Wien haben Arbeiter Löcher in die Dächer der beiden Gebäude eingebracht, um die Ansammlung von Wasserstoff zu verhindern. Die Explosionen in anderen Reaktoren seien vermutlich durch Wasserstoff ausgelöst worden, heißt es auf der Homepage der IAEA am Samstag.

Die Situation in den Reaktoren 5 und 6 war jedoch bereits als stabil eingeschätzt worden. Die Abklingbecken dort werden nach IAEA-Angaben mit Notstrom aus Dieselgeneratoren des Reaktors 6 gekühlt. Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag gemeldet, dass die Temperatur im Abklingbecken von Block 5 sinkt. In den Reaktoren 2, 3 und 4 sei am Freitag noch aufsteigender Rauch beobachtet worden, heißt es weiter.

8.37: Japans Regierungssprecher: „Lage hat sich stabilisiert“

Am Reaktor 3 des stark beschädigten Atomkraftwerks Fukushima Eins ist nach Angaben der japanischen Regierung eine Verbesserung zu beobachten. „Wir glauben derzeit, dass sich die Situation stabilisiert hat“, sagte Regierungssprechers Yukio Edano. Die Kühlaktionen von außen hätten eine Wirkung gehabt. Es sei mehr Wasser in Reaktor 3 festgestellt worden.

Seit Samstagmittag sind Armee und Feuerwehr dabei, tonnenweise Meerwasser auf Reaktor 3 zu versprühen. Wie der Fernsehsender NHK berichtete, soll die Aktion noch mehrere Stunden weitergehen. Am Ende würden dann 1260 Tonnen Wasser auf Reaktor 3 entladen sein. Das helfe, die Temperatur zu senken und zu verhindern, dass radioaktive Strahlung nach draußen gelange. Auch Reaktor 4 solle in Kürze von außen mit Wasser gekühlt werden, sagte Edano.

Gleichzeitig versuchen Techniker, die eigene Kühlung des Kraftwerks wieder in Gang zu setzen. Dafür muss zunächst die Stromversorgung wiederhergestellt werden.

6.42 Uhr: Neuer Kühleinsatz an Reaktor drei beginnt

An Block 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins hat am Samstagmittag (Ortszeit) ein neuer Kühlversuch begonnen. Feuerwehrleute richteten die Wasserkanonen ihrer Spezialfahrzeuge auf den zerstörten Reaktor, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Bereits am frühen Samstagmorgen hatten die Einsatzkräfte 25 Minuten lang 90 Tonnen Wasser auf die Anlage regnen lassen.

Anders als in den Nachbarreaktoren lagert im Innern der Ruine von Block 3 auch das hochgefährliche Plutonium. Es wird befürchtet, dass der Wasserstand in dem Becken für Brennstäbe bedrohlich niedrig ist.

5.27 Uhr: Neue Feuerwehrleute eilen zur Ablösung nach Fukushima

Eine zweite Gruppe Feuerwehrleute ist auf dem Weg zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima, um ihre Kollegen bei dem gefährlichen Kühleinsatz an den Reaktoren abzulösen. Das meldete der Fernsehsender NHK am Samstag. Das zweite Kontingent stamme ebenfalls aus Tokio und sei 100 Mann stark. Die erste Gruppe besteht aus 139 Kollegen und war am Donnerstag vor dem AKW in Stellung gegangen.

Der Wechsel geschehe, um die ersten Feuerwehrleute nicht noch stärker der radioaktiven Strahlung auszusetzen, zitierte NHK die Behörden. Die Gruppe Nummer eins hatte mit einem Spezialfahrzeug aus 22 Metern Höhe Tonnen von Wasser auf Reaktor 3 gesprüht, um für die dringend benötigte Kühlung der überhitzten Anlage zu sorgen. Die neuen Kollegen sollten den Angaben zufolge noch am Samstag an dem AKW ankommen. Sie sind mit 14 Feuerwehrfahrzeugen unterwegs.

4.45 Uhr: Geretteter war nicht acht Tage verschüttet

Ein junger Japaner, der am Samstag aus den Trümmern seines Hauses geborgen wurde, war dort nicht wie zunächst angenommen acht Tage lang verschüttet. Das meldeten die Nachrichtenagenturen Kyodo und Jiji am Samstag. Sie korrigierten damit erste eigene Angaben. Zunächst hatte es geheißen, der Mann sei acht Tage nach dem Beben und Tsunami in der Katastrophenregion Miyagi aus seinem Haus gerettet worden. Er habe so unter Schock gestanden, dass er nicht sprechen konnte.

Tatsächlich war der Mann aber wohl in einer Notunterkunft untergekommen und von dort am Freitag nach Hause zurückgekehrt, „um dort sauberzumachen“. Das teilte seine Familie laut Kyodo mit. Der Mann heiße Katsuharu Moriya und sei zwischen 20 und 30 Jahre alt. Über seine vermeintlich wundersame Rettung hatten Medien auf der ganzen Welt berichtet.

dpa

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