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Panorama Koma-Trinken geht zurück
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13:42 04.02.2011
Die Zahl der jungen „Komasäufer“, die mit zu viel Alkohol ins Krankenhaus mussten, ist nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes von 2000 bis 2009 um 178 Prozent gestiegen.
Die Zahl der jungen „Komasäufer“, die mit zu viel Alkohol ins Krankenhaus mussten, ist nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes von 2000 bis 2009 um 178 Prozent gestiegen. Quelle: Kriss Finn (Archiv)
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Das Koma-Trinken von Jugendlichen ist zwar leicht zurückgegangen - eine Trendwende sehen Experten aber noch nicht. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener 2010, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Ein Sechstel räumte Kampftrinken ein - 2004 war es noch fast ein Viertel (23 Prozent) gewesen. Der regelmäßige Alkoholkonsum erreichte demnach insgesamt aber den niedrigsten Stand seit den 70er Jahren.

Frühes Trinken fördert Abhängigkeit

Sich schon mit 14 Jahren regelmäßig zu betrinken, erhöht das Risiko einer späteren Alkoholabhängigkeit. „Da gibt es einen klaren Zusammenhang, der seit vielen Jahren wissenschaftlich bewiesen ist“, sagte Raphael Gaßmann im Gespräch. „Je früher jemand mit dem Trinken anfängt, umso höher ist später die Wahrscheinlichkeit, abhängig zu werden und umso geringer, davon loszukommen“, erklärte der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Hamm.

Dass frühes Trinken später besonders leicht in die Alkoholsucht führt, hängt dem Experten zufolge mit der körperlichen und psychischen Entwicklung zusammen. „Der Jugendliche baut den Alkohol als etwas ganz Normales in sein Leben ein.“ Denn das Gehirn lerne in der Pubertät vieles völlig neu - so auch das Alkoholtrinken. „Wer dagegen mit 25 das erste Mal betrunken ist, wird kaum abhängig werden.“, sagte Gaßmann. Ob eher der Körper oder der Kopf das Trinken „lernt“, darüber stritten die Forscher schon lange. „Beides hat einen erheblichen Ausschlag.“

Etwa 10 bis 20 Jahre brauche es, bis sich eine richtige Alkoholabhängigkeit entwickelt, sagte Gaßmann. „Aber es gibt auch 25-Jährige, die süchtig sind. Die haben in aller Regel sehr früh mit dem Trinken angefangen.“ Es sei besonders wichtig, das Einstiegsalter möglichst nach hinten zu verschieben, mahnte der Suchtexperte. „Je höher es liegt, umso weniger Alkoholiker haben wir.“

Dass beim Thema Alkohol besonders auf Jugendliche geschaut wird, sei zwar richtig, wirke aber häufig unglaubwürdig. „Der Vorwurf an die Erwachsenen lautet: Ihr trinkt doch selbst, ihr verkauft uns das Zeug, und ihr macht Werbung dafür“, sagte Gaßmann. Gerade die 35- bis 45-Jährigen konsumierten besonders viel Alkohol. Dass die Zahlen in dieser Altersgruppe nicht steigen, habe einen einfachen Grund: „Die können kaum noch mehr trinken.“

dpa